Full text: Wirtschaft und Gesellschaft - 2000 Heft 2 (2)

2 6 .  Jahrgang (2000) ,  Heft 2 Wirtschaft und Gesellschaft 
Arbeitslosigkeit und 
arbeitsmarktpolitische 
Strukturreformen in Dänemark seit 
1994* 
Helmut Höpflinger 
Dänemark (DK) hat in  letzter Zeit in der internationalen Fachwelt der 
Arbeitsmarktforscher besondere Aufmerksamkeit auf sich gezogen . Es hat 
in der Beschäftigungs- und Arbeitsmarktpolitik beachtliche Erfolge erzielt 
und zählt gleichzeitig zu den Ländern mit geringer Einkommens­
ungleichheit bzw. n iedriger Armutsquote; d ie Beschäftigungsquote ist -
ähnl ich der in den USA - außerordentlich hoch und die Arbeitslosigkeit er­
staunlich gesunken. 
Auch die ILO hat DK neben Österreich (Ö), den Niederlanden und I rland 
in eine Reihe von erfolgreichen kleinen offenen Volkswirtschaften gestellt. 
Wichtige Merkmale dieser vier Länder sind gemäß ILO u. a. sozialpartner­
schaftliche Organisation mit moderater Lohnpolitik, koordinierte Makropolitik 
und vorübergehende Fiskalexpansion vor dem Hintergrund einer dauerhaf­
ten Budgetkonsolid ierung sowie ein hoch entwickeltes System der sozialen 
Sicherheit. 
Die Jahre seit 1 994 verdienen eine besondere Betrachtung; in DK gelang 
seit damals ein Abbau der Arbeitslosigkeit um ca. 6%punkte (OECD-Stati­
stik), die Zeit war gleichzeitig von umfangreichen Reformen der Arbeits­
marktpolitik geprägt. Die seit 1 993 von Sozialdemokraten geführte Regie­
rung war der Meinung, daß die Rückkehr zu hohen Wachstumsraten von 
einer Reform der Arbeitsmarktpolitik begleitet sein müßte. Nach ihrer Auffas­
sung würden geänderte Arbeitsmarktstrukturen bzw. neue arbeitsmarkt­
pol itische Maßnahmen zur Senkung der Arbeitslosigkeit beitragen, aber 
auch den Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und I nflation positiv 
beeinflussen (in dem Sinn, daß eine Stabil isierung der I nflation bei geringe­
rer Arbeitslosigkeit möglich ist). 
Ohne sich der von der OECD und auch -wenngleich mit Einschränkungen 
- vom dänischen Finanzmin isterium1 verwendeten Methode anzuschl ie­
ßen ,  nämlich d iverse Strukturmerkmale des Arbeitsmarktes d iverse Län­
der in Form von "lndicators of structural conditions"mit der strukturellen Ar-
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