26. Jahrgang (2000), Heft 3 Wirtschaft und Gesellschaft 
Quo vadimus 
Grundgedanken zum Verh�ltnis von 
Wirtschaft, Gesellschaft und Staat 
Rainer Bartel 
"Die Weltwirtschaft ist - mit zwei Dritteln der Welt�
bev�lkerung in Wachstumszonen - im Grunde gesund." 
Wolfgang Sch�ssel, in: Der Standard (23. 09. 1998) 5. 
1. �konomische Grundfragen 
Drei Grundfragen stellen sich angesichts des obigen Zitats: 
Ist Wirtschaftswachstum gleichbedeutend mit Steigerung der Wohlfahrt 
(Lebensqualit�t)? 
Wie steht es mit den Anreizmechanismen in der Gesellschaft im Hinbl ick 
auf das Ziel gesellschaftl icher Wohlfahrt? 
Was w�re die Aufgabenstellung des Staates bei einer umfassend ver�
standenen Orientierung an der gesellschaftlichen Wohlfahrt? 
Da� die Wirtschaft als Gesamtheit der Marktproduzenten insofern "ge�
sund" ist, als das Welteinkommen im Regelfall von Jahr zu Jahr real zu�
nimmt, ist einsichtig; Konjunkturzyklen sind l�ngst zu Wachstumszyklen 
geworden ; ein Wachstum nahe bei Nul l  bedeutet schon eine (Besch�fti�
gungs-)Krise. Tats�chlich ist die Sicht von Wachstumsschw�che als Krise 
nicht unberechtigt, ben�tigen wir auf Grund technisch-organisatorisch be�
dingten Produktivit�tsfortschritts doch deutlich positives Wachstum, damit 
die Arbeitslosenquote nicht steigt.1 
2. Wohlstand oder Wohlfahrt als Orientierungspunkte von 
Wirtschaftspolitik 
Die erste Problematik dabei ist, da� Datenaggregation Detail information 
verwischt; die beeindruckenden Ergebnisse der im Hinbl ick auf Gesamt�
produktionsvolumen und kaufkr�ftiges Gesamteinkommen unerreicht 
leistungsf�higen Marktwirtschaft verdecken die relative Position individuel-
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