Wirtschaft und Gesellschaft 
�ffentliche Haushalte in 
�sterreich - ein neues 
Handbuch 
Rezension von: Gerhard Steger (Hrsg.), 
�ffentliche Haushalte in �sterreich, 
Verlag �sterreich, Wien 2002, 3 3 1  
Seiten, � 55. 
Es steht au�er Zweifel, dass aufgrund 
der Gr��e des �ffentlichen Sektors in 
�sterreich - ca. die H�lfte des Bruttein�
landsprodukts flie�t �ber die Kassen 
des Staates- das �ffentliche Haushalts�
wesen von besonderer Bedeutung ist 
und dass dementsprechend Informatio�
nen und dem Wissen �ber d ie Vorg�n�
ge in den �ffentlichen Haushalten ein 
wichtiger Stellenwert zukommt. Wer 
sich mit Fragen des �ffentlichen Sektors 
schon besch�ftigt hat, wei�, dass es 
sich mitunter um eine �u�erst komplexe 
Materie handelt und dass die �ffentliche 
Verf�gbarkeil von I nformationen oft 
recht bescheiden ist. Da es nur wenige, 
vor allem wenige aktuelle, �sterreichi�
sche Publikationen zum �ffentlichen 
Haushaltswesen gibt, ist das Anliegen 
des vorliegenden Sammelbandes, mehr 
Transparenz zu schaffen, sehr zu be�
gr��en. 
Als Einstieg gibt E. Fleischmann ei�
nen gut lesbaren und informativen �ber�
blick �ber die �ffentlichen Haushalte. Er 
beschreibt den zweifachen Funktions�
wandel des Staates vom Nachtw�chter�
und Hoheitsstaat zum modernen Dienst�
leistungsstaat bzw. vom Austrokeynesia�
nismus zum "schlanken" Staat, der ver�
st�rkt Aufgaben abgibt bzw. an private 
Tr�ger ausgliedert und der durch eine 
R�ckf�hrung der Defizit- und Verschul�
dungsquote gekennzeichnet ist ("Nullde�
fizit"). Fleischmann stellt die Entwicklung 
von Staatsquoten sowie der Finanzie-
440 
28. Jahrgang (2002), Heft 3 
rungssalden und der Verschuldung dar. 
Hinsichtlich der Entwicklung der Staats�
schulden zeigt er, dass diese seit Mitte 
der 70er Jahre stark angestiegen sind. 
Er f�hrt das aber weniger auf eine Ver�
schwendungspolitik zur�ck. Der wichtig�
ste Grund f�r die steigende Staatsver�
schuldung sei vielmehr die H�he des 
Zinssatzes, der seit Anfang der 80er 
Jahre in �sterreich wie in den anderen 
Industriestaaten �ber der Wachstums�
rate des B IP liegt und daher einer der 
Hauptverursacher der Budgetprobleme 
der 80er Jahre war. Ins selbe Horn 
st��t P. Part, der f�r die 90er Jahre 
ebenfalls auf die hohen Zinsen verweist, 
aber daneben auch das schwache Wirt�
schaftswachstum und d ie sinkenden 
Prim�r�bersch�sse als Ursachen nennt. 
Weiters stellt Fleischmann d ie Struktur 
der �ffentlichen Ausgaben in funktionel�
ler und �konomischer Gliederung sowie 
deren Finanzierung dar. ln einem knap�
pen �berblick �ber den Staat und seine 
Subsektoren weist er auf entscheidende 
Schwachstellen im Bundesstaat hin, die 
in den finanziellen Verflechtungen lie�
gen. Das damit einhergehende Ausein�
anderfallen von Aufgaben-, Ausgaben- � 
und Einnahmenverantwortung schafft 
Anreize zur Verschwendung und f�hrt 
tendenziell zu einer �berversorgung. Er 
verweist daher zu Recht auf eine Aufga�
benentflechtung derart, " . . .  dass der Zu�
sammenhang zwischen eigener Mittel�
aufbringung und autonomer Mittelver�
wendung f�r jede Gebietsk�rperschaft 
m�glichst umfassend sein soll . "  (S. 22) 
Die demografische Entwicklung, die 
Priorisierung der Infrastrukturausgaben 
im weiten Sinn und eine Reform der Art 
der Leistungserstellung nach den 
Grunds�tzen von New Public Manage�
ment sieht er als die budgetpolitischen 
Herausforderungen der n�chsten Jahre 
an. 
P. Part stellt d ie ge�nderten Rahmen�
bedingungen f�r die �ffentlichen Haus�
halte dar, die sich aus dem Beitritt 
�sterreichs zur Europ�ischen Union er-
        

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