Full text: Wirtschaft und Gesellschaft - 2003 Heft 2 (2)

29. Jahrgang (2003), Heft 2 Wirtschaft und Gesellschaft 
den Staatsausgaben oder der Exportnachfrage, zusammengefasst in a0. 
Die Beschäftigungsfunktion (Gleichung N. 2) ist eine positive Funktion 
des Outputniveaus, wie sie sich aus den üblichen Produktionsfunktionen 
ergibt. 
Diese beiden Gleichungen sind auch in anderen Modellen zu finden , 
die beiden folgenden hingegen sind spezifisch für die NAIRU-Theorie 
und charakterisieren den Arbeitsmarkt. Anstelle einer von den Präferen­
zen der Haushalte abgeleiteten Arbeitsangebotsfunktion g ibt es eine 
Funktion der Lohnsetzung (N. 3). Diese spiegelt das Verhandlungser­
gebnis zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern wider. Die ausver­
handelten Nominallöhne sind eine positive Funktion des erwarteten 
Preisniveaus und eine negative Funktion der Arbeitslosigkeit. Gewerk­
schaften versuchen inflationsbedingte Einkommensverluste zu kompen­
sieren ,  wobei ih re Verhandlungsposition durch Arbeitslosigkeit 
geschwächt wird .  Darüber hinaus hängt ihre Verhandlungsstärke von 
exogenen Faktoren ab, wie z. B. der Höhe der Arbeitslosenunterstützung, 
gesetzlichen Mindestlöhnen, dem gewerkschaftl ichen Organ isationsgrad 
usw. Diese Lohndruck-Faktoren sind institutionell gegeben und bestim­
men die Verhandlungsposition der Gewerkschaften .  
Tabelle 1 :  E in  einfaches NAIRU-Modell 
Nachfragefunktion 
Beschäftigungsfunktion 
Lohnsetzung 
Preissetzung 
Arbeitslosigkeit 
Kurzfristiges Gleichgewicht 
adapative Erwartungen und 
Preissetzung nach Lohnsetzung 
Kurzfristige Gleichgewichtsarbeitslosigkeit 
Langfristiges Gleichgewicht 
erfüllte Erwartungen 
NAIRU 
Alle Variablen logarithmisch: 
y Output 
p Inflation 
e Beschäftigung 
w Löhne 
n arbeitsfähige Bevölkerung 
u Arbeitslosigkeit 
y = ao - a3p 
e = 'Po - 'P4Y 
p = e0 - W' 
u = n - e 
P' = P-1• w = W' 
eo + Yo 11p u = -- - -
'Y5 'Y5 
P = P', W = W' 
u* = Bo + Yo 
'Y5 
N. 1  
N.2 
N.3 
N.4 
N.5 
N .6 
N.7 
N.8 
N.9 
191
        

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