Full text: Wirtschaft und Gesellschaft - 2004 Heft 2 (2)

30. Jahrgang (2004), Heft 2 Wirtschaft und Gesellschaft 
BÜCHER 
Globalisierung 
Rezension von: Ulrich Beck, Macht und Gegenmacht im globalen Zeitalter, Suhrkamp, 
Frankfurt am Main 2002, 473 S.; 
Claus Leggewie, Die Globalisierung und ihre Gegner, C.  H. Beck, München 2003, 206 S.;  
Roland Robertson, Kathleen E. White (Hrsg.), Globalization: Critical Concepts in 
Sociology, Routledge, London 2003, 6 Bände, ca. 2.700 S.; 
Bemd Senf, Die blinden Flecken der Ökonomie: Wirtschaftstheorien in der Krise, 
Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 2002, 304 S.; 
George Soros, Der Globalisierungs-Report, Alexander Fest, Berlin 2002, 201 S.; 
Joseph Stiglitz, Die Schatten der Globalisierung, Siedler, Berlin 2002, 304 S. 
I m  Folgenden sollen einige neuere Beiträge zur Globalisierungsdiskussion vor­
gestellt werden. 
Leggewies Buch richtet sich an das allgemein i nteressierte Publiku m .  Seine 
Perspektive ist moderat reformistisch, es gelte, nicht Sand ins Getriebe zu streu­
en, sondern alternative Pfade der G lobalisierung zu erku nden, auch da selbst 
strengste Kritiker der Weltgesellschaft ihr etwa durch den Gebrauch des Internet 
unverbrüchlich angehörten. Als ihre Charakteristika gelten ihm die auch fast der 
soziologischen Mehrheitsmeinung entsprechenden Eigenschaften der Entgren­
zung (l nfragestellung des Nationalstaates als oberster Analyseeinheit), Glokali­
sierung (Zusammenspiel lokaler und globaler Faktoren) und Hybridität (kulturel­
le Misch- und Zwittergebilde). Zwar thematisiert der Verfasser, der insgesamt ei­
nen eher assoziativ-feuil letonistischen Schreibstil pflegt, auch die Nachteile die­
ser Entwicklungen (z. B. Armut und ungleiche Verteilung), dennoch hebt er nach­
haltig die Vorteile des entstehenden weltweiten Kommunikationsraumes mit neu­
en Freiheits- und Gleichheitsgewinnen hervor. 
Deskriptiv zutreffend ist seine Typologisierung der Globalisierungskritiker (Pro­
tektionisten, Kritik der Straße, l nsiderkritiker, Linksintellektuelle, Religiöse, Kriti­
ker von rechts). Lose verbunden werden Namen, Organisationen und ihre Grund­
gedanken, einschließlich wesentlicher N GOs und Debatten ,  z. B. um die WTO, 
abgehandelt. Eine andere Globalisierung scheint dem Verfasser möglich, aller­
dings werde diese weder durch eine Autoevolution noch eine antikapitalistische 
Revolution befördert, wichtig sei vielmehr die Zustimmung der diversen Eliten zu 
einer planetarischen, vage als offene Gesellschaft bezeichneten Zukunft. So ver­
misst man zu guter Letzt neben der elementaren Einführung etwas das Heraus­
treten des Autors aus dem Fluss der Sätze und Gedanken und die andeutungs­
weise Formulierung konzeptueller und umsetzbarer Verbesserungsvorschläge. 
Auch der omnipräsente Vielschreiber U. Beck legt einen weiteren Beitrag zur 
Globalisierungsdebatte vor. Mit furioser Geste wird gleich auf der ersten Seite 
das Aufkommen des Rechtspopulismus als Reaktion auf das Fehlen jeglicher po-
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