30. Jahrgang (2004), Heft 2 Wirtschaft und Gesellschaft 
Geriatrische Langzeitpflege 
Eine Analyse aus �sterreichischer Sicht 
Agnes Streissler 
1. Einleitung 
Bei vorliegendem Artikel handelt es sich um eine gek�rzte Version des 
Bandes 87 der Reihe , M aterialien zu Wirtschaft und Gesellschaft'. Dieser 
enth�lt vor al lem zus�tzlich noch einen internationalen Vergleich von Pfle�
gemode I Ien, sowoh l  in den derzeitigen E U-L�ndern als auch kursorisch 
zu U ngarn und Tschech ien. Au�erdem sind die I nformationen des M i kro�
zensus sowie die Situation von Arbeitnehmeri nnen in der Pflege etwas 
ausf� hrlicher dargestellt. 
1.1 Problemstellung 
Eine der g r��ten H erausforderungen des Gesu ndheitswesens in den 
kommenden Jahren ist demographisch bedingt: Die Zahl alter, insbeson�
dere hoch betagter Maschen wird bis 2050 stark anwachsen. Selbst wenn 
diese Alten von morgen ges�nder sein werden als die Alten von heute, ist 
dennoch mit h�heren Gesundheitsausgaben zu rechnen. 
Dies liegt einerseits dara n ,  dass durch das erfolgreiche Zur�ckdr�ngen 
so genannter Zivi l isationskra nkheiten - i nsbesondere Krebs und Herz�
Kreislauf-Erkrankungen - Menschen n icht nur �lter werden , sondern i m  
Alter auch e i n e  l�ngere Zeit a n  chronisch-degenerativen E rkrankungen 
leiden werden. 1 Auch die Europ�ische Kom m ission geht von steigenden 
Ausgaben aus, einerseits auf Grund medizinisch-technischer Fortschrit�
te, die die Behand lungsm�glichkeiten erweitern , andererseits auf Grund 
steigenden Woh lstandes der Bev� l kerung, der auch e i n  a n d eres An�
spruchsdenken mit sich bringe 
Gleichzeitig d � nnen auf Grund gesu nkener Ki nderza h len , gesun kener 
H e i ratsh� ufigkeit und steigender Scheidungsraten die fam i l i�ren Netz�
werke aus, die bislang unentgeltlich (wenn auch nicht kostenlos, wie zu 
zeigen sein wird) Pflegeleistungen erbracht haben . An i h re Stelle m uss 
professionelle Pflege treten .  
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