Full text: Wirtschaft und Gesellschaft - 2006 Heft 4 (4)

32. Jahrgang (2006), Heft 4 
Endogenes 
Arbeitskräftepotenzial 
von Personen mit 
Migrationshintergrund 
für die 
Internationalisierung 
Wiener Unternehmen 
Andrea Dorr, Irene Mandl 
1. Vorbemerkung 
Wien verfügt über einen vergleichs­
weise hohen Anteil an Arbeitskräften 
bzw. Einwohnerinnen aus ost- und 
südosteuropäischen Ländern, die bei 
der Integration in den Österreichischen 
Arbeitsmarkt mit spezifischen Barrie­
ren konfrontiert sind . Gleichzeitig sind 
die Herkunftsländer der Migrantlnnen 
bedeutende (potenzielle) Märkte für 
Österreichische bzw. Wiener Unter­
nehmen, die allerdings von den Wirt­
schafttreibenden, insbesondere von 
den kleinen und mittleren Unterneh­
men (KMU),  noch nicht vollständig 
genutzt werden. Dies ist in erster Li­
nie auf einen Mangel an Familiarität 
mit den rechtlichen, sprachlichen und 
kulturellen Spezifika dieser Länder zu 
erklären. 
Vor diesem Hintergrund hat die Stadt 
Wien (MA 27 EU-Strategie und Wirt­
schaftsentwicklung) die KMU FOR­
SCHUNG AUSTRIA in Kooperation mit 
abif (analyse, beratung und interdiszip­
l inäre forschung) im Jahr 2005 beauf­
tragt, eine Studie durchzuführen, die 
sich mit der Frage der Nutzung und der 
Wirtschaft und Gesellschaft 
Nutzbarkeit des Arbeitskräftepotenzi­
als von Personen mit Migrationshinter­
grund für die Internationalisierung der 
Wiener Unternehmen befasste.1 Im 
Rahmen dieser Studie galt es neben 
einer möglichst umfassenden Quan­
tifizierung und Charakterisierung des 
Arbeitskräftepotenzials von Personen 
mit Migrationshintergrund aus Ost­
und Südosteuropa2 die "Einsatzmög­
lichkeiten" dieses Potenzials für grenz­
überschreitende Aktivitäten zu bewer­
ten. Zentrale Ziele bestanden darin ,  
sowohl die Vorteile der Beschäftigung 
von Arbeitskräften mit Migrationshin­
tergrund für entsprechende Aktivitäten 
auszuloten als auch entsprechende 
Barrieren zu identifizieren .  
Zur Erreichung dieser Ziele kam 
eine Kombination verschiedener quan­
titativer und qual itativer Methoden zum 
Einsatz. Mit Hi lfe von Sekundärdaten­
und Literaturanalysen, qualitativen 
Tiefeninterviews mit Personen mit 
Migrationshintergrund, Wiener Unter­
nehmen und Expertinnen sowie einer 
Analyse von Stellenausschreibungen 
wurde das Arbeitskräfteangebot an 
Personen mit ost- und südosteuropä­
ischem Migrationshintergrund sowie 
dessen Potenzial für grenzüberschrei­
tende Aktivitäten abgeschätzt und der 
Arbeitskräftebedarf seitens der Wien er 
Unternehmen analysiert. Basierend 
auf den identifizierten Problemberei­
chen wurden politikorientierte Hand­
lungsoptionen aufgezeigt und Maß­
nahmenempfehlungen abgeleitet. 
Unter Personen mit Migrationshinter­
grund wurden im Rahmen der Studie 
folgende Personengruppen verstan­
den:3 
• Personen, die im Ausland geboren 
wurden, über eine ausländische 
Staatsbürgerschaft verfügen und 
nach Österreich eingewandert sind 
(sog. erste Generation); 
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