Full text: Wirtschaft und Gesellschaft - 2006 Heft 4 (4)

Wirtschaft und Gesellschaft 
weiterentwickelt werden im Sinne 
überschaubarer Zusammenhänge und 
Übergänge, in  welchem erworbene Fä­
h igkeiten und Kenntnisse durchgängig 
berücksichtigt und anerkannt werden. 
Es gi lt ,  die Ausbildungswege insbeson­
dere zwischen den höheren Schulen 
und der Berufsausbildung miteinander 
zu vernetzen und zusätzlich mit einem 
systematischen lebensbegleitenden 
Lernen zu verbinden. Egal von wo man 
startet, sollen allen alle Bildungswege 
offen stehen, kombinierbar sein und 
sozialen Selektionen entgegenwirken. 
Jeder Teil des Bildungssystems hat 
Qual itätsstandards zu erfüllen. Be­
gabte sind besonders zu fördern , we­
niger Begabte bestmöglich zu unter­
stützen.  Mehr Chancengleichheit soll 
durch verstärkte Förderung sowie Of­
fenheit für spätere Ausbildungswegs­
entscheidung und ein Angebot ganztä­
giger Schulen erreicht werden. 
• Ein kontinuierlich starkes Wirt­
schaftswachstum durch eine wachs­
tumsorientierte Wirtschaftspolitik und 
eine verstärkte aktive Arbeitsmarktpo­
litik soll zusätzliche Beschäftigungs­
möglichkeiten eröffnen. Die Sicherung 
benötigter Qualifikationen ,  auch durch 
ständige betriebliche und überbetrieb­
liche Bildungsmaßnahmen, ist vorran­
giges Ziel. 
• Arbeitsverfassung und Arbeitsrecht 
sind angesichts veränderter Arbeitsor­
ganisation und daraus resultierender 
veränderter Arbeitsverhältnisse zu 
überarbeiten.  Ziel ist eine Kodifizierung 
des individuellen Arbeitsrechts zur Be­
seitigung der derzeitigen Rechtszer­
spl itterung. 
• Die Veränderungen in der Demogra­
phie sind für die Sozialpartner eine 
besondere Herausforderung. ln  der 
Jugend liegt die Zukunft jeder Gesell­
schaft. Ihre volle Integration in qualita­
tiv hochwertige Beschäftigung ist Vo-
556 
32. Jahrgang (2006), Heft 4 
raussetzung für gerechte Einkommen 
der Jungen und deren umfassende 
Teilhabe am gesellschaftl ichen Leben. 
Die Chancengleichheit der Frauen ist 
durch verbesserte Erwerbsbeteil igung 
und Einkommensperspektiven sowie 
die dazugehörige Entwicklung der Rol­
lenbilder voranzutreiben. Ältere Arbeit­
nehmer in Beschäftigung zu halten ist 
ebenso ein Aktivitätsfeld wie ein zwi­
schen den Generationen faires Pensi­
onssystem und die Sicherstellung von 
Pflege und Betreuung im Alter. 
• Im Bereich Technologie und Wis­
senschaft muss Österreich verstärkt 
auf Schwerpunkte setzen und sich 
auf den anwendungsorientierten Be­
reich konzentrieren. Technolog ie- und 
Infrastrukturentwicklung sowie deren 
Umsetzung werden die Sozialpartner 
begleiten. Darüber h inaus müssen 
dringend Maßnahmen gesetzt werden, 
um den Anteil der Studierenden in den 
technisch-naturwissenschaftl ichen Fä­
chern zu steigern. 
• Kernstück der Sozialpartnerschaft 
war und ist eine funktionierende Lohn­
politik auf der Grundlage von Bran­
chenkollektivverträgen. Im Rahmen 
der Kollektivvertragsautonomie sollen 
aber künftig innovative Weiterentwick­
lungen, auch unter Berücksichtigung 
der betrieblichen Ebene z. B. in den 
Bereichen Entlohnung , Bildung oder 
Arbeitszeit, erfolgen. 
• Die Sozialpartner bekennen sich in 
der Frage der Ladenöffnungszeiten zu 
einem arbeitsfreien Sonntag. Begrün­
dete Ausnahmen sollen unter Einbin­
dung der regionalen Sozialpartner län­
derweise zulässig sein .  
• Die Lebensqualität der Menschen 
hängt von einer ausreichenden regio­
nalen Versorgung mit privaten und öf­
fentlichen Gütern und Dienstleistungen 
insbesondere für den täglichen Bedarf 
ab. Einer Stärkung der Nahversorgung
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.