Full text: Wirtschaft und Gesellschaft - 2006 Heft 4 (4)

.------------------ -----
Wirtschaft und Gesellschaft 32. Jahrgang (2006), Heft 4 
untrennbarer Bestandteil der Unternehmerischen Aktivitäten in internati­
onal operierenden Unternehmen. Die Notwendigkeit resultiert schon da­
raus, dass zwischen den Verlagerungen einzelner Wertschöpfungsstufen 
enge Wechselbeziehungen bestehen : Die Verlagerung einzelner Wert­
schöpfungsstufen hat zunehmend die Verlagerung weiterer Stufen der 
Wertschöpfungskette zur Folge. So hängt ein großer Teil von Dienstleis­
tungen direkt an der Fertigung der Sachprodukte (produktionsbegleitende 
Dienstleistungen) : "Central and Eastern Europe (CEE) is an important 
region for services offshoring. The imports of IT-based services from CEE 
into the EU-1 5 rose by an average of 1 3% per year between 1 992-2004: 
Imports from lndia by comparison, increased only sl ightly faster during 
same period at 1 4% by year. . . .  The comparative strength of CEE lies in 
more complex back-office processes (bookkeeping)."3 
Viertens: Während in den 90er Jahren die heutigen EU-Beitrittsländer 
vorrangig Ziel von Produktionsverlagerungen gewesen sind, wird vor allem 
in arbeitsintensiven Bereichen (Textil ien, Bekleidung) davon auszugehen 
sein ,  dass stärker andere Länder und Regionen einbezogen werden (Ru­
mänien,  Bulgarien, Weißrussland, Kroatien sowie asiatische Länder- z. 
B. Vietnam) . Dies ist nicht zuletzt eine Folge der hohen Direktinvestitionen 
in die heutigen neuen EU-Mitgliedsländer Mittelosteuropas, was dazu ge­
führt hat, dass d iese Länder (Tschechien, Ungarn, Polen , Slowakei, Slo­
wenien u. a.) trotz aller noch bestehenden Lohnkostenunterschiede zu 
den Wirtschaften der EU-1 5 keineswegs mehr zu den N iedriglohnländern 
gerechnet werden können. Aber auch in mehr technologie- und kapital­
intensiven Branchen wie in der Autoindustrie vollziehen sich im geogra­
fischen Sinne neue Entwicklungen bei den Verlagerungen. Während in 
den 90er Jahren die Verlagerungsaktivitäten der Zuliefererindustrie und 
der Finalproduzenten vor al lem auf Standorte in Polen, Ungarn , Tsche­
chien und der Slowakei gerichtet waren ("erster Gürtel"), vollzieht sich 
nach dem EU-Beitritt dieser Länder d ie Verlagerung von Automobil- und 
Zuliefererindustrie in den so genannten "zweiten Gürtel"; d. h. genauer 
gesagt nach Rumänien, Russland und in d ie Ukraine.4 
Die Investitionspolitik in den neuen EU-Mitgliedsländern ist dabei künf­
tig auf das "Anziehen" von Aktivitäten im Hochtechnologiebereich und 
weniger auf den Ausbau "verlängerter Werkbänke" gerichtet. 5 Dies zeigt 
sich darin ,  dass künftig bis auf Ausnahmen (Autoindustrie) die Direktin­
vestitionen weniger auf die Verlagerung von schon bestehenden Produk­
tionen aus der EU-1 5 in die Mitgliedsländer gewichtet sein werden: "Only 
few of these foreign investment enterprises are the result of outright relo­
cation with capacities moved from the EU- 15  to the New Member States 
(NMS). But new capacity increases in the European motor industry and 
several other manufactoring branches take place to a large extent in the 
new member states (Siovakia) ."6 
444
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.