Full text: Wirtschaft und Gesellschaft - 2008 Heft 3 (3)

Wirtschaft und Gesellschaft 34. Jahrgang (2008), Heft 3
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vorgenommene Bilanz und ist definitiv 
als ein Vorteil des Sammelbandes zu 
betrachten. 
Obwohl die Sektor-, aber auch die 
Länderanalysen einen wesentlichen 
Teil des Sammelbandes darstellen, ist 
es schwierig, einen klaren „Kernteil“ zu 
finden. Am Beginn des Sammelban-
des stehen zwei Überblicksartikel, in 
welchen Liberalisierungs- und Privati-
sierungsmaßnahmen im europäischen 
und deutschen Kontext betrachtet wer-
den. Im ersten dieser beiden Beiträge 
erläutert Jörg Huffschmid im Zusam-
menhang mit globalen wirtschaftlichen 
und gesellschaftlichen Entwicklungen 
die Rolle der Europäischen Union bei 
Liberalisierungen und Privatisierung, 
und im zweiten Beitrag bietet Christi-
na Deckwirth – neben einer Beschrei-
bung der Liberalisierungs- und Privati-
sierungspolitik in der BRD auf mehre-
ren Ebenen (insbesondere Bund und 
Kommunen) – eine ausgewogene (und 
nüchterne) Analyse der Auswirkungen 
und damit verbundenen Gewinner und 
Verlierer der Liberalisierungs- und Pri-
vatisierungsmaßnahmen. 
Der darauffolgende Teil an Beiträgen 
beschäftigt sich expliziter mit den Aus-
wirkungen der Liberalisierungen und 
Privatisierungen auf die Tarifpolitik in 
unterschiedlichen Sektoren. Der Bei-
trag von Torsten Brandt und Thorsten 
Schulten bietet eine sektorübergreifen-
de Analyse, in welcher insbesondere 
darauf eingegangen wird, zu welchen 
„Beschäftigungseffekten“ und Verän-
derungen es im „Tarifsystem“ bzw. in 
der „Tariflandschaft“ gekommen ist.
Dieser sektorübergreifende Beitrag 
wird in der Folge von acht Beiträ-
gen, die zum überwiegenden Teil von 
„Praktikern“ aus von Liberalisierungen 
und Privatisierungen betroffenen Ge-
werkschaften kommen, ergänzt, und 
diese beinhalten eine detaillierte Ana-
lyse der Geschehnisse in den einzel-
nen Sektoren. Besonders interessant 
sind diese Beiträge deshalb, weil die 
Hintergründe und Konsequenzen für 
die Beschäftigten und deren Reprä-
sentanten in den einzelnen Sektoren 
von (einzelnen) Liberalisierungs- und 
Privatisierungsmaßnahmen minutiös 
beschrieben sind. Für Außenstehende 
erscheint die heute existierende zer-
klüftete Tarifstruktur, die in den libe-
ralisierten und privatisierten Sektoren 
zu konstatieren ist, verworren und die 
Vielzahl der Maßnahmen in den letz-
ten Jahren und Jahrzehnten, die zu 
dieser Situation geführt haben, einfach 
unüberschaubar. Die Sektorbeiträge 
ermöglichen es, sich einen Überblick 
über die gegenwärtige Situation und 
deren Gründe zu verschaffen, und ver-
anschaulichen, vor welchen Heraus-
forderungen eine Koordinierung der 
Lohnpolitik steht.
In den folgenden vier Beiträgen wird 
der Fokus in der Analyse von Libera-
lisierungen und Privatisierungen von 
öffentlichen Dienstleistungen auf eine 
Reihe von europäischen Ländern ge-
richtet. Richard Pond beschreibt in 
seinem Beitrag die lange Tradition der 
Liberalisierungen und Privatisierungen 
in Großbritannien, die damit verbunde-
nen politischen Hintergründe und die 
Konsequenzen auf die Arbeitsbezie-
hungen. Sein Beitrag übersteigt zwar 
den tarifpolitischen Fokus, zeigt damit 
aber deutlich, wie groß und vielschich-
tig die Konsequenzen von Liberalisie-
rungen und Privatisierungen für die 
Arbeitnehmer bzw. auch für die Ge-
sellschaft sind.
Vor dem Hintergrund, dass in voran-
gegangenen Beiträgen eine genaue 
Analyse der Folgen von Liberalisierung 
und Privatisierung in der BRD gemacht 
wurde, sind die Beiträge von Christoph 
Hermann über die österreichische Si-
        

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