Full text: Wirtschaft und Gesellschaft - 2008 Heft 3 (3)

Wirtschaft und Gesellschaft 34. Jahrgang (2008), Heft 3
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netzwerke, Unternehmen und Betriebe einziehen.4 Zulieferbetriebe und 
Dienstleister sind herkömmlicherweise häufig Klein- und Mittelbetriebe, die 
von ihren Abnehmern und Auftraggebern abhängig sind. Aber die Welle 
an Auslagerungen hat zunehmend vielschichtigere Wertschöpfungsketten 
und Netzwerke hervorgebracht und ganze Branchen neu zusammenge-
setzt. Dabei sind auch große, global agierende Zuliefer- und Dienstleister-
firmen entstanden, die gegebenenfalls als „Generalunternehmer“ agieren 
und Aufträge an wiederum andere Betriebe weiterreichen.5 
Im europäischen Forschungsprojekt WORKS6 wurde der Zusammen-
hang zwischen der Umstrukturierung von Unternehmen und Firmennetz-
werken einerseits und den Veränderungen auf der Ebene der Betriebe 
und Arbeitsplätze andererseits untersucht. Unsere Forschungsfrage war, 
wie sich die Veränderung der Beziehungen und der Arbeitsteilung ent-
lang von Wertschöpfungsketten auf Beschäftigung, Arbeitsbeziehungen 
und Arbeitsbedingungen in den einzelnen Betrieben auswirkt. Für die Un-
tersuchung wurden bestimmte Unternehmensfunktionen innerhalb einzel-
ner Branchen ausgewählt. Als Unternehmensfunktion ist die Gesamtheit 
spezialisierter, generischer Aufgaben – wie Forschung und Entwicklung, 
Logistik, Produktion, Kundenbetreuung, EDV etc. – definiert, die zur Er-
stellung eines Produktes oder einer Dienstleistung beitragen. Weil viele 
Unternehmensfunktionen im Zuge ihrer Durchdringung mit Informations- 
und Kommunikationstechnologien standardisiert werden, wird es leichter, 
sie in spezialisierten Einheiten im Unternehmen zusammenzufassen und 
dann an andere Unternehmen auszulagern bzw. sie geografisch zu ver-
lagern – und umgekehrt forcieren solche Verlagerungen weitere Standar-
disierungen. 
Bei der Untersuchung gingen wir von der Annahme aus, dass Umstruk-
turierungen auf der Ebene von Firmennetzen oder Wertschöpfungsketten 
direkte Auswirkungen auf die Qualität der Arbeit und des Arbeitslebens ha-
ben, weil sie die Stellung und Machtposition einzelner Betriebe innerhalb 
der Netze oder Ketten beeinflussen. Ein Grund für Umstrukturierungen 
und Auslagerungen liegt ja in den Unterschieden der Beschäftigungsbe-
dingungen, wie Löhnen, Arbeitszeiten, Kündigungsschutz etc., zwischen 
Ländern, Branchen und Unternehmen. Wie die Theorie segmentierter Ar-
beitsmärkte und die Forschung über Arbeitsbeziehungen zeigen, suchen 
Unternehmen durch Auslagerung Zugang zu billigerer oder flexiblerer 
Arbeitskraft. Umstrukturierungen verändern die Arbeitsteilung zwischen 
Betrieben, die Qualifikationsanforderungen und die Kontrollstrategien des 
Managements und wirken sich somit direkt auf die Arbeitsorganisation 
und die Arbeitsabläufe in den Betrieben aus. Damit verändern sich auch 
die alltägliche Arbeitspraxis und die Qualität des Arbeitslebens. Darüber 
hinaus verstärkt sich der Prozess der Restrukturierung selbst: Die neue 
Dynamik in den zwischenbetrieblichen Beziehungen erhöht die Unsicher-
        

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