Full text: Wirtschaft und Gesellschaft - 2009 Heft 4 (4)

35. Jahrgang (2009), Heft 4 Wirtschaft und Gesellschaft
555
Die britische Volkswirtschaft erlebte zwischen 1992 und 2007 die längs-
te und stärkste Periode ökonomischer Expansion in der gesamten Wirt-
schaftsgeschichte des Landes.13 Tatsächlich hat das VK bis Anfang 2008 
seit über 60 Quartalen durchgehend nur Wachstum gesehen. Der Großteil 
dieses Aufschwungs fällt in die Regierungszeit von Labour, der Boom hat 
jedoch schon einige Jahre zuvor begonnen. Das VK verzeichnete das im 
Vergleich stärkste Wachstum mit einem Mittelwert von 2,8 Prozent, gefolgt 
von Frankreich mit im Schnitt immerhin 2,3 Prozent. Deutlich schwächer 
war die Entwicklung in Deutschland und Italien mit einem Mittelwert von 
jeweils 1,5%, wie Tabelle 2 zeigt. 
Tabelle 2: Wirtschaftsindikatoren der großen EU-Länder 2007
Quelle: Ameco-Daten der EU-Kommission (2008), eigene Berechnungen.
Land
Bevölkerung 
(Mio.) 
BIP 
(Billionen Euro)
BIP / Kopf 
(Euro)
BIP-Wachstum 
1997-2007
D 82,3 2,24 27 200 1,54
F 63,6 1,62 25 500 2,27
I 59,2 1,28 21 600 1,48
VK 60,9 1,68 27 600 2,84
Sollte sich herausstellen, dass andere makroökonomische Faktoren zur 
Erklärung des starken Wachstums ausreichen, wäre es schwierig, der Ver-
teilungshypothese noch Erklärungsspielraum einzuräumen Daher wurden 
in der Diplomarbeit externe Faktoren identifiziert. Aus Platzgründen kön-
nen in diesem Artikel nur die zusammengefassten Resultate dieser Unter-
suchung wiedergegeben werden. Die Wechselkurse zwischen dem Pfund 
und dem Euro konnten als sehr stabil bezeichnet werden und dürften 
keinen besonderen Einfluss auf das britische Wachstum gehabt hatten.14 
Der Einfluss der Zinsen auf das britische Wachstum ist eher umstritten. 
Während ein klar negativer Effekt der EZB-Geldpolitik auf die deutsche 
Wirtschaftsdynamik festgestellt werden kann, dürfte die britische Geldpo-
litik im Saldo keinen relevanten positiven oder negativen Einfluss auf das 
BIP gehabt haben.15 16 Bei den Exporten liegt das VK bezogen auf die drei 
Vergleichsnationen mit Frankreich im Mittelfeld, hinter Deutschland und 
vor Italien.17 Auch die Exporte dürften keine außergewöhnliche Wirkung 
auf das BIP entfaltet haben. Sowohl Wechselkurse und Zinsen als auch 
Exporte werden daher als neutral bezeichnet und in Tabelle 3 mit „n“ klas-
sifiziert. 
Die Entwicklung der Nettoexporte deutet mit einem durchschnittlichen 
negativen Außenbeitrag von -2,6 Prozent auf eine deutliche Belastung für 
das BIP hin und wird daher als negativ „-“ klassifiziert.18 Die Hauspreise
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.