Full text: Wirtschaft und Gesellschaft - 2010 Heft 4 (4)

Wirtschaft und Gesellschaft 36. Jahrgang (2010), Heft 4
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tion der zunehmend an Bedeutung 
gewinnenden Literatur zu regionalen 
Innovationssystemen ebenso wie ein 
Aufgreifen der Debatten um regionale 
Wettbewerbsfähigkeit und Standort-
wettbewerb.13 Letztere Themen stellen 
zentrale Begrifflichkeiten der regiona-
len Wirtschaftspolitik dar und würden 
sich als weitere politökonomische Bau-
steine gut in das Buchkonzept einglie-
dern lassen.  
Resümee  
Eigentlich sollte die Einhaltung der 
formalen Kriterien wissenschaftlichen 
Arbeitens eine Selbstverständlichkeit 
für ein Lehrbuch darstellen. Doch Stör-
mann lässt hier aus: Der Text ist unzu-
reichend gegliedert, die Quellen wer-
den schlampig zitiert, obwohl intensiv 
auf diese zurückgegriffen wird, die Ab-
bildungs- und Tabellenbeschriftungen 
sowie Verweise im Text sind vielfach 
falsch, und das Literaturverzeichnis 
gleicht einer Baustelle. 
Neben diesen ‚formalen‘ Fehlern 
ist das Buch durch eine wenig leser-
freundliche Didaktik gekennzeichnet. 
Fachwissenschaftlich lassen sich zahl-
reiche Einwände vorbringen. Störmann 
hat im Wesentlichen eine Kompilation 
aus anderen Lehrbüchern und Aufsät-
zen vorgelegt. Dem Leser wird neben 
einem guten Maß an Geduld ob der 
vielen Fehler ein solides Verständnis 
von Mathematik und Mikroökonomik 
abverlangt. Entstanden ist eine teilwei-
se fehlerhafte, voluminöse Ansamm-
lung von Theorien, deren spezifisch re-
gionalökonomische Formulierung zum 
Teil unterbleibt. 
Wer sich für das interessante Feld 
der Regionalökonomik interessiert, 
der greife daher weiterhin entweder zu 
den deutschsprachigen ,Klassiker‘ von 
Maier, Tödtling und Trippl (2006) bzw. 
Maier, Tödtling (2006) oder dem neu-
eren Lehrbuch von Eckey (2008) oder 
zu den englischen ‚Klassikern‘ von 
McCann (2001) und Armstrong, Taylor 
(2000). All diese Lehrbücher zeichnen 
sich durch hohe fachwissenschaftliche 
Qualität, klare regionalökonomische 
Orientierung bei gleichzeitig behutsa-
mer und hilfreicher didaktischer Aufbe-
reitung aus. Diese Kriterien erfüllt das 
vorgelegte Lehrbuch von Wiebke Stör-
mann nur mangelhaft – trotz einiger als 
positiv zu bewertenden Neuerungen im 
Bereich der Stoffauswahl.  Christian 
Reiner
Anmerkungen
1   Eggert et al. (2007).
2   McCann (2001).
3   Dohse et al. (2005), Leamer (2007).
4   Schätzl (2003), McCann (2010).
5   Dohse et al. (2005).
6   McCann (2010).
7   Storper, Venables (2004).
8   Herr, Kazandziska (2007).
9   Camagni (2002).
10   Capello (2008).
11   Z. B. Boschma, Frenken (2005).
12   Reiner (2009).
13   Reiner (2008), Capello (2008).
Literatur
Armstrong, H.; Taylor, J., Regional econo-
mics and policy (Oxford 32000). 
Boschma, R.; Frenken, K., Why is econo-
mic geography not an evolutionary sci-
ence? Towards an evolutionary econo-
mic geography (=Papers in Evolutionary 
Economic Geography 1, Utrecht 2005). 
Camagni, R., On the concept of territorial 
competitiveness: Sound or misleading?, 
in: Urban Studies 13/39 (2002) 2395-
2411. 
Capello, R., Regional economics in its 50s: 
recent theoretical directions and future
        

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