Full text: Wirtschaft und Gesellschaft - 2011 Heft 1 (1)

Wirtschaft und Gesellschaft 37. Jahrgang (2011), Heft 1
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Vergleichende 
Institutionenanalyse
Rezension von: Glenn Morgan, John L. 
Campell, Colin Crouch, Ove Kaj Peder-
sen, Richard Whitley (Hrsg.), The Oxford 
Handbook of Comparative Institutional 
Analysis, Oxford University Press, Ox-
ford 2010, 724 Seiten, gebunden, ? 85.
OUP gibt seit einiger Zeit eine wich-
tige und vielbeachtete Handbuchreihe 
heraus, in der nun auch das Hand-
buch zu „Comparative Institutional 
Analysis“ erschienen ist. Das passt zu 
dem positiven Trend, den die (Neue) 
Institutionenökonomie erfährt. Einige 
bedeutsame Neuerscheinungen bele-
gen das: Brosseau/Glachant (Hrsg.), 
New Institutional Economics (2008); 
Groenewegen/Spithoven/Van den 
Berg, Institutional Economics (2010); 
Menard/Shirley (Hrsg.), Handbook of 
New Institutional Economics (2008), 
und Voigt, Institutionenökonomik (2. 
Auflage 2009). Ende 2010 ist auch 
das Standardwerk von Richter/Furu-
botn, Neue Institutionenökonomik (4. 
Auflage), neu erschienen. Im Übrigen 
haben auch die Nobelpreise an Coa-
se (1991) und Williamson (2009) die 
Anerkennung der Neuen Institutionen-
ökonomie bestätigt. Die Debatte zu 
den Varieties of Capitalism führt eben-
falls zu einer verstärkten Einbeziehung 
von Institutionen.
Nach einer Einführung der Heraus-
geber gliedert sich das Werk in vier 
Teile und einen Epilog: Teil I „Theories 
and Methods in Comparative Ana-
lysis“, Teil II „Institutions, States and 
Markets“, Teil III „The Organization of 
Economic Actors“, Teil IV „Challenges 
for Comparative Institutional Analysis“.
Bezüglich der AutorInnen ist auffal-
lend, dass neben Ökonomen, Sozio-
logen und Politologen keine Rechts-
wissenschafter vertreten sind, was 
den Juristen zu denken geben sollte. 
Bedenkt man, dass es heutzutage 
kaum mehr Institutionen gibt, die nicht 
(auch) mehr oder weniger durch das 
Recht geformt sind, sollten die Juris-
ten die Institutionenökonomie mehr 
zur Kenntnis nehmen. Solange die 
Neoklassik institutionenblind vorging, 
war die Rezeption für die Juristen ver-
ständlicherweise schwer; diese Aus-
rede ist aber nun weggefallen, da die 
Ökonomen die Institutionen explizit 
untersuchen oder doch zumindest im-
plizit berücksichtigen. Die deutschen 
Juristen scheinen hier schon weiter als 
die österreichischen Juristen zu sein, 
stecken aber verglichen mit den USA 
ebenfalls noch in den Kinderschuhen.
Ich möchte aber betonen, dass die 
Ökonomen auch einiges von den Ju-
risten lernen könnten. So befasst sich 
der Beitrag von Glenn Morgan und Si-
grid Quack, „Law as a Governing Insti-
tution”, in etwa mit den gleichen Prob-
lemen wie die Rechtsvergleichung der 
Juristen. Und auch die Rechtsverglei-
chung blickt weiter als nur auf das 
geschriebene und judizierte Recht, 
indem es auch sonstige Institutionen 
des sozialen und wirtschaftlichen Le-
bens berücksichtigt.   
Ich möchte in meiner Besprechung 
drei Beiträge näher vorstellen, die 
ich vor dem Hintergrund meiner be-
ruflichen Spezialisierung als Arbeits-
rechtswissenschaftler ausgewählt ha-
be.
Morgan und Quack („Law as a 
Governing Institution“) stellen in ihrer 
Einleitung sogleich klar, dass Recht 
eine zentrale Institution moderner 
Ökonomien ist. Das Recht konstitu-
iert die Wirtschaftsorganisation und 
modelliert die zentralen Kategorien
        

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