Full text: Wirtschaft und Gesellschaft - 2011 Heft 1 (1)

37. Jahrgang (2011), Heft 1 Wirtschaft und Gesellschaft
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Editorial
Zur Arbeitsmarktöffnung gegenüber dem  
östlichen Mitteleuropa
Ab 1. Mai 2011 – nachdem die Übergangsfrist in vollem Umfang (sie-
ben Jahre) ausgeschöpft worden sein wird – werden die Arbeitneh-
merInnen aus jenen mittel- und osteuropäischen Ländern (MOEL), die 
im Jahre 2004 der EU beitraten, Zugang zum österreichischen Arbeits-
markt (sowie zu den Arbeitsmärkten der anderen ‚alten‘ EU-Länder, 
sofern dies nicht schon früher der Fall war) erhalten.
In diesem Editorial soll keineswegs versucht werden, das mögliche 
Ausmaß der aus dieser Arbeitsmarktöffnung resultierenden Arbeits-
kräftemigration (Zuwanderung, grenzüberschreitendes Pendeln) nach 
Österreich in den nächsten Jahren einzuschätzen. Es wird vielmehr 
lediglich bezweckt, den LeserInnen Informationen über einige der für 
die Arbeitskräftemigration wichtigen Schub- bzw. Sogfaktoren zu bie-
ten: die Arbeitsmarktsituation beiderseits der Grenzen, die mittelfristige 
Lohnkonvergenz gegenüber Österreich und die Lohnentwicklungen in 
den MOEL seit dem Ausbruch der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise 
im Herbst 2008. Die Ausführungen beschränken sich dabei unter den 
betreffenden MOEL auf die vier Nachbarländer Österreichs und auf 
Polen. Außer Betracht bleiben also die drei baltischen Staaten.
 
 
Arbeitsmarkt 
Im Frühjahr 2010 begann die Erholung des österreichischen Arbeits-
marktes früher und vor allem erheblich kräftiger, als die Prognosen vor-
ausgesehen hatten. Vor allem in der zweiten Jahreshälfte beschleunigte 
sich das Beschäftigungswachstum deutlich. Dennoch reichten 30.000 
neue Arbeitsplätze im Jahresdurchschnitt nicht aus, um die Arbeits- 
losigkeit zu reduzieren. Der Rückgang bei den registrierten Arbeitslo-
sen wurde im Wesentlichen durch verstärkte Schulungsmaßnahmen 
des AMS erreicht. Im Durchschnitt des Jahres 2010 belief sich die Ar-
beitslosenrate (registrierte Arbeitslose in Relation zu den unselbststän-
dig Beschäftigten inkl. freien Dienstnehmern) auf 6,9%.  
Leider gab es ausgerechnet in der Krise Probleme bei der statisti-
schen Erfassung der Beschäftigung in Österreich. Dadurch sind ge-
naue Aussagen über die Tendenzen in den einzelnen Wirtschaftsklas-
sen zu Redaktionsschluss noch nicht möglich. Die Entwicklungen der
        

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