Full text: Wirtschaft und Gesellschaft - 2012 Heft 1 (1)

BÜCHER Österreichische Wirtschafts- geschichte Rezension von: Felix Butschek, Österreichische Wirtschaftsgeschichte. Von der Antike bis zur Gegenwart, Böhlau, Wien – Köln – Graz 2011, 616 Seiten, D 49. Angesichts der enormen Fülle von Detailstudien zu allen Phasen und Aspekten der österreichischen Wirt- schaftsgeschichte bedarf es großer Courage und gestalterischer Kraft, ein Überblickswerk, das von der Antike bis in die Gegenwart reicht, zu schaffen. Daher hält sich die Anzahl derartig breit angelegter Darstellungen durchaus in Grenzen; man denke etwa an die Wirt- schaftsgeschichte von Tremel1 (1969) und vor allem an den Band „Ökonomie und Politik“ (1995) von Sandgruber.2 Auf Teilaspekte fokussiert sind z. B. die Sozialgeschichte Österreichs von Bruckmüller (2001)3 und die von 2003 bis 2005 erschienene dreibändige österreichische Industriegeschichte.4 Das 19. Jahrhundert analysieren Bü- cher von Good (1986)5 und Komlos (1986),6 das 19. und 20. Jahrhundert behandelt ein Band von Eigner und Helige (1999),7 und für das 20. Jahr- hundert liegen u. a. ein früheres Werk von Butschek (1985),8 eine Gesell- schaftsgeschichte von Hanisch (1994)9 und eine Politik- und Wirtschaftsge- schichte von Berger (2007)10 vor. Nunmehr hat Felix Butschek einen voluminösen Band vorgelegt, in dem er auf 529 Textseiten die „Österreichi- sche Wirtschaftsgeschichte. Von der Antike bis zur Gegenwart“ darstellt. Weitere etwa 90 Seiten umfassen die Anmerkungen und ein materialreicher statistischer Anhang. Angesichts meh- rerer Publikationen, die der Autor wäh- rend der vergangenen drei Jahrzehnte zu Teilbereichen der österreichischen Wirtschaftsgeschichte veröffentlichte, kann das Buch gleichsam als die krö- nende „summa“ seiner Arbeiten zu dem Thema11 gelesen werden. Vom Gesamttext sind vier Seiten der Darlegung der theoretischen Basis ge- widmet, auf 16 Seiten wird der „ent- wicklungsgeschichtliche Hintergrund“ präsentiert, ehe auf etwa 160 Seiten die Wirtschaftsgeschichte des Gebie- tes der heutigen Republik Österreich von der Völkerwanderungszeit bis zum Ersten Weltkrieg und auf weiteren knapp 350 Seiten die weitere Entwick- lung bis zur Gegenwart behandelt wird. Die Darstellung wird umso detaillierter, je mehr sie sich der Gegenwart nähert. Um die große Stofffülle bewältigen zu können, ist ein klares Gliederungs- prinzip erforderlich. Butschek wählt ei- nen institutionenökonomischen Zu- gang, den er einleitend knapp darlegt (S. 3-6). Die Neue Institutionenökono- mik baut auf der neoklassischen Wirt- schaftstheorie auf, bietet jedoch we- sentliche Erweiterungen dieses Ansat- zes. Während die Neoklassik von einem Wohlfahrtsmaximum im Gleichgewicht dank rationalen Verhaltens im Wege von Tauschakten voll informierter Ak- teure bei subjektiven Bewertungen ge- mäß gegebenen Nutzenfunktionen 133 37. Jahrgang (2011), Heft 4 Wirtschaft und Gesellschaft

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.