Volltext: Wirtschaft und Gesellschaft - 2013 Heft 2 (2)

wertungsstichtag angesetzt und nicht
börsennotierte Anteile mit einem ma-
thematischen Wert der Anteile, der
sich aus dem angepassten Vermögen
abzüglich der Verbindlichkeiten ermit-
telt (mit zahlreichen Sonderbestim-
mungen).
Bei der Steuerbasis räumt die franzö-
sische Finanz einen Freibetrag ein, der
im Jahr 2012 pro Haushalt 1,3 Mio.
Euro betrug. Noch 2011 betrug er
800.000 Euro. Außerdem sind be-
stimmte Vermögensgegenstände von
der Vermögensteuer ausgenommen,
wie z. B. näher bezeichnete Kunstge-
genstände, immaterielle Vermögens-
gegenstände (z. B. IP-Rechte) oder Al-
tersrenten und ähnliche Rentenleistun-
gen. Bedeutsam ist zudem die Steuer-
befreiung für Betriebsvermögen – die
der Sicherung von Arbeitsplätzen und
Investitionen dient –, welche dann zur
Verfügung steht, wenn die Vermö-
gensgegenstände dem wirtschaftli-
chen Eigentümer für industrielle, ge-
werbliche, handwerkliche, landwirt-
schaftliche oder freiberufliche Tätigkeit
dient und die Tätigkeiten vom Eigentü-
mer selbst ausgeübt werden und die
hauptsächliche Tätigkeit in Bezug auf
die zeitliche Komponente und die Erlö-
se des Eigentümers darstellen.
Der Steuersatz selbst ist progressiv
als Stufentarif gestaltet. Nach dem
Freibetrag von 1,3 Mio. wird Vermögen
bis 3 Mio. mit 0,25% besteuert und da-
rüber hinausgehendes Vermögen mit
0,5%. Bis 2011 betrugen die Progres-
sionsstufen noch zwischen 0,55 und
1,8% (in 6 Tranchen). Zusätzlich wurde
mit dem Jahr 2012 die bisher beste-
hende Höchstgrenze der Besteuerung
abgeschafft. Vormals durfte die Ver-
mögensteuer zusammen mit der in
demselben Jahr gezahlten Einkom-
mensteuer die Grenze von 85% des zu
versteuernden Einkommens des vor-
angegangenen Jahres nicht über-
schreiten.
Alle Steuerpflichtigen mit einem Net-
tovermögen von über 3 Mio. Euro müs-
sen ihr Vermögen per Vermögensteu-
ererklärung veranlagen und in der Er-
klärung die Steuer selbst berechnen.
Steuerpflichtige mit einem Nettover-
mögen zwischen 1,3 und 3 Mio. müs-
sen keine gesonderte Vermögenser-
klärung einreichen, sie legen ihre Ver-
mögensbestände direkt in ihrer allge-
meinen Einkommensteuererklärung
dar. Steuerpflichtige mit einem Vermö-
gen unter dem Freibetrag müssen
nicht jedes Jahr nachweisen, dass ihr
Vermögen unter der Freigrenze liegt.
Eine Erklärung muss erst bei Errei-
chung bzw. Überschreitung der Gren-
ze gemacht werden. Überprüft wird
durch spezielle Außenprüfungen der
Finanzverwaltung. Hier liegt ein spe-
zielles Augenmerk auf der Bewertung
des Vermögens (insbesondere Grund-
vermögen) sowie der Erfüllung der
Voraussetzungen für die Steuerbefrei-
ung von Unternehmensvermögen.
5.2 Schweiz
Die Vermögensteuer in der Schweiz
ist keine Bundessteuer, sie wird auf
kantonaler und kommunaler Ebene er-
hoben. Nur natürliche Personen sind
dabei steuerpflichtig. Juristische Per-
sonen unterliegen einer jährlichen Ka-
pitalsteuer, welche zumindest syste-
matisch einer Vermögensteuer ent-
spricht und auf das gesamte Eigenka-
pital gemäß statutarischer Bilanz erho-
ben wird. Dies wird im Folgenden aber
nicht näher erläutert. Das Gesamtauf-
kommen aus der Vermögensteuer be-
trug 2008 umgerechnet etwa 4,5 Mrd.
Euro (5,4 Mrd. CHF), was 4,4% der ge-
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Wirtschaft und Gesellschaft 39. Jahrgang (2013), Heft 2
        

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