Full text: Wirtschaft und Gesellschaft - 2013 Heft 2 (2)

allem zum ökonomischen Mainstream – ab der Diskussion um die „The
General Theory on of Employment, Interest, and Money“ aus dem Jahr
1936 gesehen.
Bis heute lassen sich grob drei Perioden unterteilen: die Zeit unmittelbar
nach Keynes, der Wandel der Themen und Ausrichtung in den 1970er-/
1980er-Jahren und die Themen seit den 1990er-Jahren, die vor allem
auch durch die Krise der letzten Jahre determiniert wurden.
2.1 Aufgaben unmittelbar nach Keynes
Mit dem Erscheinen von „The General Theory on of Employment, Inte-
rest, and Money“ fand unmittelbar eine lebhafte Diskussion auch innerhalb
der standardökonomischen ÖkonomInnen statt. Wie Hagemann (2012)
als einen Aspekt in seinem ausführlichen historischen Abriss zur Keyne-
sianischen Revolution und den Weiterentwicklungen im Rahmen der Neo-
klassischen Synthese und des Postkeynesianismus zeigt, hat dazu vor
allem die Tatsache beigetragen, dass John Hicks durch seine Diskussion
und seinen nachhaltigen Versuch der Integration der Schriften von Keynes
in die standardökonomischen Ansätze, die bis heute im Rahmen der IS-
LM Modellwelt bestehen und weltweit fester Bestandteil einer ökonomi-
schen und betriebswirtschaftlichen universitären Ausbildung sind, eine un-
mittelbare Wahrnehmung und damit theoretische Auseinandersetzung
der keynesianischen Schriften im ökonomischen Mainstream bewirkt hat.
Snowdon/Vane (2005, S. 71ff.) verdeutlichen in ihrem Überblick zur key-
nesianischen Theorie drei Strömung als Weiterentwicklung von Keynes:
eine hydraulische Interpretation, welche die Eingliederung Keynes im
Rahmen des IS-LM-Modells in den ökonomischen Mainstream darstellt,
eine Neo-Keynesianische Variante, die ebenfalls zu einer gleichgewichti-
gen Analyse der Ökonomie führt und eine fundamentalistische, auch post-
keynesianische Variante, die sich vor allem gegen die unmittelbare hy-
draulische Variante wendet.
Eine wesentliche Protagonistin dieser unmittelbaren Auseinanderset-
zung im Rahmen des Postkeynesianismus ist Joan Robinson,2 die sich
zum einen eines wesentlichen Themas annimmt, das im Rahmen der „Ge-
neral Theory“ zwar angesprochen, aber konzeptionell unterrepräsentiert
ist, die Frage der Einkommensverteilung3 und zum anderen die weitere
Deutung und Interpretation der „General Theory“ vorantreibt. In ihrem
Werk „Introduction to the Theory of Employment“ macht sie deutlich, dass
das Ziel sei, die „General Theory“ verständlich zu machen und dessen
Struktur zur verdeutlichen.4 Die wesentlichste Aufgabe dieser ersten Peri-
ode unmittelbar nach Keynes bestand somit darin, die Gegenposition zum
jeweils gängigen5 Mainstream zu verdeutlichen.
Doch neben diesem wirtschaftspolitischen Anliegen, war es ebenso we-
39. Jahrgang (2013), Heft 2 Wirtschaft und Gesellschaft
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