Full text: Wirtschaft und Gesellschaft - 2013 Heft 2 (2)

39. Jahrgang (2013), Heft 2 Wirtschaft und Gesellschaft
wird – stärkere Fluktuationen Entwicklungen gefördert werden. Ein stren-
ger institutioneller Rahmen hat demnach zum einen zwar eine beschrän-
kende Wirkung auf die potentiellen Profite und damit auch auf das Wachs-
tum des Bruttoinlandsprodukts, gleichzeitig werden aber Abschwünge
auch abgefedert. Die Lockerung des institutionellen Rahmens selbst, wird
unter anderem durch ein historisches Vergessen, aber auch aktive Libera-
lisierungsbestrebungen vorangetrieben. Daraus lässt sich wiederum die
postkeynesianische Forderung nach einer Re-Regulierung der Finanz-
märkte ableiten.
Abbildung 1: Langfristiger Instabilitätszyklus
Quelle: Palley (2011).
Die wirtschaftspolitischen Methoden und möglichen Formen einer Re-
regulierung der Finanzmärkte werden allerdings von Hyman Minsky selbst
nicht durchgängig formuliert. Daraus hat sich nach der „(Wieder)-Entdec-
kung“ mit der Krise von 2008 durch standardökonomische ÖkonomInnen
ein Dilemma für die postkeynesianische Alternative ergeben. Nun wurde
ein postkeynesianischer Ökonom aktiv diskutiert und rezensiert, doch er
selbst sieht nur vier wesentliche Anknüpfungspunkte für wirtschaftspoliti-
schen Eingriff vor, ohne sich klar mit einem „Maßnahmenkatalog“ zu posi-
tionieren. Minsky stellt diese folgendermaßen dar: „My agenda for an inte-
grated program of reform will be examined under four headings: Big
Government (size, spending, and taxing), an employment strategy, finan-
cial reform and market power. The details of the programs are, of course
negotiable.“32 Weiters macht Minsky aber deutlich, dass es sich bei seinen
Vorschlägen nicht um sogenannte „Slogan-Programme“ handeln kann,33
sondern dass es sich um nachhaltige umfassende Veränderungen der
strukturellen Rahmenbedingungen zu handeln hat. Was ist nun darunter
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