Full text: Wirtschaft und Gesellschaft - 2013 Heft 2 (2)

dings scheiterte die Einführung eines an die Realität besser angepassten Grundsteuer- und Grunderwerbssteuersystems in Österreich u. a. auch an der fehlenden Kenntnis abgesicherter Verkehrswerte. Österreich benö- tigt daher dringend ein System zur Bestimmung von marktnahen Immobi- lienwerten. In vielen Ländern gibt es bereits flächendeckend funktionierende markt- wertnahe Massenbewertungssysteme, die auf vorhandenen Geodaten beruhen und u. a. für die Bemessung der Grundsteuer herangezogen wer- den. Da Österreich über viele Geodaten in den unterschiedlichsten öffent- lichen Registern mit einem raum-zeitlichen Bezug verfügt, die für eine flä- chendeckende Massenwertermittlung hohe Relevanz haben, könnten marktwertnahe Immobilienwerte und deren Änderung mit hinreichender Genauigkeit ermittelt werden. Informationen über Liegenschaftsobjekte und die damit verknüpften Rechte (Kataster und Grundbuch) bilden erst mit den Informationen über Liegenschaftswerte als drittes Element eine vielseitige Entscheidungs- grundlage. Die bestehenden Geodatensätze könnten über den Kataster als multifunktionales Referenzsystem verknüpft werden. 2. Aspekte der Liegenschaftsbewertung 2.1 Konzepte der Liegenschaftsbewertung In einem marktwirtschaftlich strukturierten Wirtschaftssystem ist es not- wendig, den Wert von Gütern (und auch Dienstleistungen) aller Art zu er- mitteln, damit dieses Gut durch einen auf dem Wert beruhenden Preis,12 ausgedrückt in Geld, berechnet werden kann, das heißt verkauft und ge- kauft werden kann. Der Wert eines Gutes kann durch verschiedene Me- thoden ermittelt werden (daher kann auch eine subjektive Bewertung zu verschiedenen Ergebnissen führen), während der Preis, ausgedrückt in Geld, fix ist. Der Wert beruht auf Schätzungen, während der beim Kauf/Verkauf – durch einen Vertrag – erzielte Preis objektiv ist. In einem funktionierenden Markt herrscht Gleichgewicht von Angebot und Nachfra- ge (weil einer Zahl von Anbietern, die freiwillig verkaufen, eine genügend große Zahl von Käufern, die über die notwendigen finanziellen Mittel verfü- gen, gegenüberstehen). • Immobilien haben einen Wert. Ihre Bewertung ist Grundvorausset- zung für einen Immobilienmarkt, der Informationen über den Wert vor- aussetzt. • Die individuelle Bewertung von Immobilien beruht auf drei – internatio- nal seit Langem anerkannten – klassischen Methoden: Vergleich, Kapitalisierung, Wiederherstellung. 39. Jahrgang (2013), Heft 2 Wirtschaft und Gesellschaft 169

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.