Full text: Wirtschaft und Gesellschaft - 2013 Heft 2 (2)

Qualitätsaussage lässt sich durch Methoden der Liegenschaftsbewer-
tung auf Basis von Massenbewertungssystemen ermitteln.
• Aufgrund der Entscheidung des VfGH muss Österreich das derzeitige
System, das auf historischen „Einheitswerten“ basiert, bis April 2014
ändern.
4.3 Wirtschafts- und Sozialpolitik, Umweltpolitik
Für die raumbezogene Entscheidungsoptimierung in der Wirtschafts-,
Sozial- und Umweltpolitik braucht es „Cockpit-Funktionen“, um wirtschaft-
liche, soziale und regionale Entwicklungsunterschiede frühzeitig erkennen
und durch Rückkopplungsprozesse besser steuern zu können, die wieder-
um über die Bodenwerte sozialen und räumlichen Einfluss ausüben. Kon-
kret lassen sich damit beeinflussen:
• Erkennen von Entwicklungsunterschieden der Regionen und Teil-
märkte und der daraus folgenden potenziellen sozialen Spannungen.
• Folgeabschätzung von Infrastrukturmaßnahmen, die zu großen Ände-
rungen der Liegenschaftswerte führen können. Das Ausmaß der Ver-
änderungen der Liegenschaftswerte und die Ausdehnung des betrof-
fenen Gebietes erfordern eine Intervention des Staates, um entweder
Spekulation oder Schäden für die Betroffenen zu verhindern.
• Umweltschutzmaßnahmen können zu rasch wirkenden Veränderun-
gen der Liegenschaftswerte führen. Das sollte vorausschauend von
den Behörden durch geeignete Interventionsinstrumente gesteuert
werden.
4.4 Raumplanung
Eine wesentliche Aufgabe der politischen Entscheidungsträger und öf-
fentlichen Institutionen besteht unter der Rahmenbedingung der Endlich-
keit von natürlichen Ressourcen in der Bereitstellung von Infrastruktur zur
Absicherung der menschlichen Daseinsgrundfunktionen wie z. B. Woh-
nen, Verkehr, Ver- und Entsorgung sowie zum Schutz vor Katastrophen
und des Klimas. Nur eine effiziente und nachhaltige Gestaltung und Nut-
zung des Lebensraumes kann auch in Zukunft die Absicherung der
menschlichen Daseinsgrundfunktionen sicherstellen. Der Druck auf die
natürliche Ressource „Land“ wird sowohl durch gesetzlich vorgeschriebe-
ne Schutzmaßnahmen (z. B. Ausweisung von Schutzgebieten) als auch
durch außerlandwirtschaftliche Nutzungsansprüche (z. B. Baulandan-
sprüche, Errichtung von gesellschaftlich relevanten Infrastrukturmaßnah-
men wie Straßen oder Hochwasserschutzmaßnahmen) erhöht. Gute Pla-
nungsgrundlagen sind unabdingbare Voraussetzung für eine bestmögli-
che und erfolgreiche Ordnung der Räume. Diese sind in Österreich zu
einem guten Teil bereits vorhanden.
39. Jahrgang (2013), Heft 2 Wirtschaft und Gesellschaft
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