Volltext: Wirtschaft und Gesellschaft - 2016 Heft 4 (4)

Wirtschaft und Gesellschaft

42. Jahrgang (2016), Heft 4

Gleichungen wird das ARDL (2,2,2)-Modell ausgewählt, es werden also
jeweils für alle drei endogenen Variablen Werte eingefügt, die maximal
zwei Jahre zurückliegen.
Mit diesen Eigenschaften kann nun das Modell geschätzt werden. Tabelle 3 zeigt die langfristigen Elastizitäten für alle drei abhängigen Variablen.
Es werden sowohl Ergebnisse gezeigt, in denen die Mean Group (MG)als auch die Pooled Mean Group (PMG)-Schätzmethode zum Poolen der
Daten verwendet wird.
Tabelle 3: Langfristige Elastizitäten. Schätzungen mittels Mean
Group (MG)- und Pooled Mean Group (PMG)-Schätzer
Unabhängige Variable Abhängige Variable
Log(Arbeitsstunden)

Log(Jahreslohn)

Log(Beschäftigung)

MG

PMG

Koeffizient

P-Wert

Koeffizient

P-Wert

Log(Jahreslohn)

0,373

0,587

–0,119

0,000

Log(Beschäftigung)

1,074

0,457

0,549

0,000

Log(Arbeitsstunden)

0,604

0,804

–1,505

0,000

Log(Beschäftigung)

5,376

0,028

–0,142

0,017

0,845

0,792

–0,663

0,000

–0,070

0,906

0,194

0,000

Log(Arbeitsstunden)
Log(Jahreslohn)

Die erste Gleichung, in der die Arbeitsstunden für Vollzeitbeschäftigte
bestimmt werden, zeigt folgendes Bild: Der PMG-Koeffizient von –0,119
für die unabhängige Variable Jahreslohn bedeutet, dass ein Anstieg des
Jahreslohns um 10% zu einer Verkürzung der Arbeitszeit von 1,19% führt.
Aggregiert reflektiert das die Tatsache, dass ab einem gewissen Lohnniveau verstärkt versucht wird, Freizeit zu erhöhen. Höhere Erwerbstätigenquote stehen hingegen mit mehr durchschnittlichen Arbeitsstunden in Zusammenhang. Der MG-Schätzer kann keine signifikanten langfristigen
Zusammenhänge feststellen.
Die zweite Gleichung, die langfristige Einflüsse auf den Jahreslohn
schätzt, zeigt, dass ein Anstieg der durchschnittlichen Arbeitszeit um 10%
den Jahreslohn um 15% senkt. Der MG-Schätzer liefert keine signifikanten Koeffizienten. Der einzige langfristige Zusammenhang, den der MGSchätzer identifiziert, ist ein positiver zwischen Erwerbstätigenquote und
Jahreslohn. Hier liefert allerdings der PMG-Schätzer ein gegenläufiges
(signifikantes) Bild. Dieser Zusammenhang bleibt also unklar.
Die dritte Gleichung ist schließlich die Gleichung von größtem Interesse.
Während der MG-Schätzer wieder keine signifikanten Elastizitäten schätzt,
zeigt der PMG-Schätzer, dass eine Reduktion der durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von Vollzeitbeschäftigten um 10% die Erwerbstätigenquote um 6,63% erhöht. Dieses Ergebnis lässt darauf schließen, dass langfristig jene Effekte einer Arbeitszeitverkürzung überwiegen, die einen
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