Full text: Wirtschaft und Gesellschaft - 2016 Heft 4 (4)

Wirtschaft und Gesellschaft

42. Jahrgang (2016), Heft 4

Jahre 2004-08 um 2,6 PP auf 71,2% 2011-15. Die Erwerbstätigenquote
der Frauen lag 2011-15 mit 66,7% noch wesentlich, nämlich um 9,1 PP,
unter jener der Männer (75,8%). Während sich die Erwerbstätigenquote
der Männer vom Vorkrisenjahrfünft bis zum Nachrezessionsjahrfünft nur
geringfügig, nämlich um 0,8 PP, erhöhte, stieg jene der Frauen um 4,4 PP.
Die obigen Hypothesen 1 und 2 finden empirische Bestätigung. Die Erwerbstätigenquote der Personen mit Pflichtschulabschluss war 2011-15
mit 46,4% (F 42,7%, M 51,4%) die mit sehr großem Abstand geringste aller
Bildungsstufen. Die Erwerbstätigenquote der UniversitätsabsolventInnen
hingegen erreichte in der genannten Halbdekade 86% (M 89,2%, F 82,9%),
war also nahezu doppelt so hoch wie jene der gering Qualifizierten.
Vergleicht man die Erwerbstätigenquoten der sieben Bildungsstufen, so
zeigt sich der vermutete positive Zusammenhang zwischen Bildungsgrad
und Erwerbschance. Eine Ausreißerposition nehmen in dieser Hinsicht allerdings die AHS-MaturantInnen ein: Ihre Erwerbstätigenquote belief sich
auf nur 62,5% (M 65,6%, F 60%), war somit die zweitniedrigste, lag um rd.
15 PP unter jener der Lehr- und BMS-AbsolventInnen (77,1%) und um 18
PP unter jener der BHS-AbsolventInnen (80,6%). Unter den Männern fällt
auch die Erwerbstätigenquote der BMS-Absolventen aus der Reihe, die
mit 84,3% jene der BHS-Maturanten und jene der Absolventen von hochschulverwandten Lehranstalten jeweils leicht übertraf.
Während sich der Anteil der Erwerbstätigen in allen mittleren, höheren
und hohen Bildungsstufen (mit Ausnahme der kleinen Personengruppe
der AbsolventInnen von hochschulverwandten Lehranstalten) sowohl bei
den Frauen als auch bei den Männern zwischen 2004-08 und 2011-15 jeweils erhöhte, sank die Erwerbstätigenquote bei den PflichtschulabsolventInnen von 47,2% auf 46,4%, was allein auf den signifikanten Rückgang der Quote bei den Männern von 54% auf 51,4% zurückgeht.

3.4 Die Arbeitslosenquote nach dem Bildungsgrad
Erwartungsgemäß divergierten auch die Arbeitslosenquoten nach den
Bildungsabschlüssen sehr deutlich (siehe Abbildung 4). Gemäß nationaler
Definition wird die Zahl der beim AMS registrierten Arbeitslosen einer Bildungsebene in Beziehung gesetzt zur Gesamtzahl der unselbstständigen
Erwerbspersonen derselben Bildungsebene, also der Summe aus unselbstständig Beschäftigten und Arbeitslosen des betreffenden Bildungsgrades. 2007, vor dem Einsetzen der Wirtschaftskrise, lagen die Arbeitslosenquoten der unselbstständig Beschäftigten mit tertiärem Bildungsabschluss, der MaturantInnen und der BMS-AbsolventInnen jeweils unter
der gemeinhin als Vollbeschäftigungsgrenze angesehenen Marke von
4%, jene der LehrabsolventInnen etwas darüber, aber diejenige der gering
Qualifizierten mit höchstens Pflichtschulabschluss bei fast 16%.
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