Full text: Wirtschaft und Gesellschaft - 2019 Heft 1 (1)

satz zu makroökonomischen und Arbeitsmarktvariablen adressiert, wobei
die Daten in Kapitel 3 noch genauer behandelt werden. Zweitens nützen
wir Daten über einen längeren aktuellen Zeitraum (1985-2013) als die
meisten vorangegangenen Studien. Zudem ist die untersuchte OECD-
Ländergruppe größer als in den meisten anderen Studien (siehe Tabel-
le 1). Drittens stellen wir Regressionsergebnisse für mehrere Arbeitslosig-
keits-Zielvariablen bereit: a) basierend auf jährlichen Daten für Arbeitslo-
senquoten; b) mittels Fünfjahres-Durchschnitten dieser Arbeitslosigkeits-
daten; sowie c) für NAIRU-Schätzungen der OECD, die regelmäßig als
Näherungsgröße für „strukturelle Arbeitslosigkeit“ verwendet werden.18
Dadurch ist es uns möglich, vielfältige ökonometrische Evidenz zu erzie-
len, die valide statistische Rückschlüsse erlaubt. Viertens präsentieren wir
eine Vielzahl an Robustheitstests, indem wir die Wichtigkeit von Interak-
tionstermen, Lag-Spezifikationen sowie Variationen in Zeitperiode und
Ländergruppe untersuchen.
3. Daten zu Arbeitslosigkeit, Arbeitsmarktinstitutionen und
makroökonomischen Variablen
Der in dieser Studie verwendete Datensatz für die panel-ökonometri-
sche Untersuchung zu den Determinanten von Arbeitslosigkeit umfasst 23
OECD-Länder über den Zeitraum 1985-2013 (AUS, A, B, CAN, CZ, DK,
FIN, F, D, H, IRL, I, J, L, NL, NZ, N, P, E, S, CH, GB, USA). Tabelle 2 be-
schreibt die Details zu den Variablen, die im Datensatz enthalten sind. Die
Daten zu institutionellen Arbeitsmarktindikatoren (kurz: AMI) bestehen
aus sechs standardmäßigen Arbeitsmarktvariablen, die allesamt von der
OECD erhoben wurden: Arbeitsschutzbestimmungen, Ausgaben für akti-
ve Arbeitsmarktpolitik,19 gewerkschaftlicher Organisationsgrad, Ersatzra-
te bei Arbeitslosenunterstützung, Steuerkeil und Mindestlohn. Zusätzlich
berücksichtigen wir mehrere Variablen, die alternative Erklärungen zur
Bestimmung von („struktureller“) Arbeitslosigkeit abbilden. Erstens ver-
wenden wir einen Indikator, der Veränderungen im Kapitalstock abbildet.
Diese Variable nennen wir Kapitalakkumulation; sie ist definiert als Ver-
hältnis von realen Bruttoanlageinvestitionen zu realem Nettokapitalstock.
Zweitens inkludieren wir das jährliche Wachstum in der Totalen Faktorpro-
duktivität. Dabei sind wir uns der Limitationen und Probleme von Schät-
zungen zur Totalen Faktorproduktivität als Maß für Produktivitätsfortschritt
bewusst.20 Wir inkludieren dennoch diese Variable, weil a) weite Teile der
Mainstream-Literatur darauf zurückgreifen und wir b) möglichst wenig von
diesen Mainstream-Spezifikationen abweichen wollen, um ökonometri-
sche Tests durchführen zu können, die auf eine Beantwortung der Frage
abzielen, ob die laut Mainstream-Theorie erwarteten Zusammenhänge mit
19
45. Jahrgang (2019), Heft 1 Wirtschaft und Gesellschaft
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.