Full text: Wirtschaft und Gesellschaft - 2019 Heft 1 (1)

„fixed effects“, die zeitabhängige Schocks auffangen, welche alle Länder
betreffen. Und ? i t, sind die stochastischen Residuen, welche die Störgrö-
ße messen.
Um den am besten geeigneten Schätzansatz zu identifizieren, nahmen
wir zunächst die erforderlichen Vortests vor. Um die technische Schlagsei-
te im Haupttext gering zu halten, sind die wesentlichen Aspekte dieser re-
levanten Vortests in den Endnoten erläutert.28 Um robuste Ergebnisse be-
züglich der Determinanten von Arbeitslosigkeit zu erzielen, berücksichtigt
unsere ökonometrische Strategie zwei besonders wesentliche Aspekte.
Erstens werden die Schätzungen nicht nur auf der Basis von jährlichen
Daten vorgenommen, sondern auch auf der Basis von Fünfjahres-Durch-
schnitten. Die hinter der Bildung von Fünfjahres-Durchschnitten liegende
Überlegung ist, dass dadurch kurzfristige zyklische Effekte (großteils) be-
seitigt werden können, was es einfacher macht, verlässliche kausale Inter-
pretationen vorzunehmen.29 Zweitens schätzen wir das Modell nicht nur in
Niveaus, sondern auch in ersten Differenzen, um die Robustheit der Be-
ziehung zwischen strukturellen Arbeitsmarktvariablen, makroökonomi-
schen Variablen und Arbeitslosigkeit zu testen. Zusätzliche ebenfalls rele-
vante, aber technische Anmerkungen zur korrekten Modellspezifikation
und Schätzmethodik sind ebenfalls in den Endnoten verfügbar.30
Tabelle 3 zeigt die grundlegenden ökonometrischen Ergebnisse zu den
Determinanten von Arbeitslosigkeit für unseren Panel-Datensatz von 23
OECD-Ländern im Zeitraum 1985-2011 anhand von fünf verschiedenen
Modellen. In der ersten Spalte wird die Arbeitslosenquote auf vier institu-
tionelle Arbeitsmarktindikatoren regressiert; zusätzlich kontrollieren wir für
Produktivitätswachstum und Veränderungen in den Terms of Trade. Es
lässt sich argumentieren, dass diese Modellspezifikation den institutionel-
len Arbeitsmarktvariablen breiten Raum gibt, um die Variation in der Ar-
beitslosenquote zu erklären. Für die Interpretation der Koeffizienten ist
maßgeblich, dass diese den Einfluss eines Anstiegs in der jeweiligen Kon-
trollvariable um eine Einheit auf die Arbeitslosenquote (in Prozentpunkten)
darstellen. So erhöht ein Anstieg der Ersatzrate bei der Arbeitslosenunter-
stützung um 10 Prozentpunkte die Arbeitslosenquote bspw. um lediglich
0,09 Prozentpunkte; der relevante Koeffizient ist jedoch nicht statistisch
signifikant. Die berichteten Standardfehler sind geclustert und damit Hete-
roskedastie-robust. In dieser ersten Spezifikation sind sowohl die aktive
Arbeitsmarktpolitik als auch die Arbeitsschutzbestimmungen negativ mit
der Arbeitslosenquote korreliert, während die Arbeitslosenunterstützung
einen positiven Koeffizienten aufweist und statistisch signifikant ist (auf
dem 5%-Signifikanz-Niveau). Der Einfluss des gewerkschaftlichen Orga-
nisationgrads auf die Arbeitslosenquote ist nur schwach signifikant. Das
angepasste R2 zeigt an, dass die erklärenden Variablen (zusammen mit
den „Fixed-Effects“-Parametern, die in der Tabelle aus Platzgründen nicht
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45. Jahrgang (2019), Heft 1 Wirtschaft und Gesellschaft
        

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