Full text: Gender Mainstreaming und Organisationsentwicklung

Damit eine Implementierung von Gender Mainstreaming grundsätzlich überhaupt möglich wird, gilt es zuallererst die Voraussetzungen dafür zu schaffen. Gender Mainstreaming muss in die Strukturen und Abläufe einer Organisation inte- griert werden. Es bedarf als ersten Schritt eines Bekenntnisses der Führungsebene zur Einleitung des Prozesses und folglich damit einhergehende formale Verbindlichkeiten durch die auch sonst üblichen formalen Regelwerke (z.B. Beschlüsse, Richt- linien, Verordnungen, Erlässe, Statuten, Geschäftsordnung, …). Gender Mainstreaming ist im Sinne eines „Top-down-Prinzips“ Führungsaufgabe. Die Entscheidungs- und Führungsebene trägt die Verantwor- tung für den Gesamtprozess und gibt die übergeordneten Gleichstellungsziele vor. Sie schafft die organisatorischen Vo- raussetzungen zur Umsetzung und in Folge die nötigen Rah- menbedingungen inkl. Ressourcen und Gender-Mainstrea- ming-Begleitstruktur, welche die fachliche Unterstützung bietet und den Prozess vorantreibt.11 Es kann sich bei der Begleitstruktur um Gender-Mainstrea- ming-Beauftragte handeln (meist im Team Frau und Mann) oder um eine Steuerungsgruppe, die organisatorisch nahe der Top-Führungsebene angesiedelt ist und sich aus Mitgliedern der Führungsebene, Gender-ExpertInnen sowie oftmals dem Be- triebsrat zusammensetzt und die Steuerung übernimmt. Sinn- voll ist es, eine Steuerungsgruppe, die den Prozess steuert und ihm die nötige Verbindlichkeit gibt, und gleichzeitig Gender- Mainstreaming-Beauftragte, die einerseits das fachliche Know- how in die Organisation oder das Unternehmen einbringen und andererseits den Prozess vorantreiben, einzusetzen. In Folge ist es wichtig, die Ergebnisse zu evaluieren und zu si- chern, sowie die Ernsthaftigkeit des Engagements laufend zu kommunizieren (z.B. in Gremien, Besprechungen, Mitarbeite- rInnengesprächen, bei Veranstaltungen, …). 21 11 Vgl. Bergmann, Pimminger 2004, S. 35

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