Full text: Psychische Belastungen der Arbeit und ihre Folgen

Psychische Belastungen der Arbeit und ihre Folgen  
 
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Das Risiko, an Schlafstörungen zu leiden, ist unter arbeitslosen Männern um mehr als 70 % erhöht 
(Odds Ratio: 1,730), unter arbeitslosen Frauen um mehr als das Doppelte (Odds Ratio: 2,264). 
Auch die Wahrscheinlichkeit, an psychischen Erkrankungen wie chronischen Angstzuständen oder 
Depressionen zu leiden, ist unter arbeitslosen Personen deutlich höher als unter erwerbstätigen 
Personen. Wiederum gilt dies unabhängig von Alters-, Bildungs- und Herkunftseinflüssen. Arbeitslose 
Männer weisen gegenüber erwerbstätigen Männern ein mehrfach erhöhtes Risiko auf, chronische 
Angstzustände oder Depressionen zu haben (Odds Ratio: 4,380). Unter arbeitslosen Frauen beträgt 
dieses Risiko immerhin auch knapp 200 % (Odds Ratio: 1,982).  
3.4 Individuelle Lebenssituation und Umgang mit arbeitsbedingten 
psychischen Belastungen: Verstärkung und Kompensation 
Es konnte bereits gezeigt werden, dass arbeitsbedingte psychische und psychosoziale Belastungen 
einen Einfluss auf den Gesundheitszustand haben. Dies zeigt sich einerseits am subjektiven 
allgemeinen Gesundheitszustand, andererseits aber auch an psychischen Beschwerden wie auch 
stressassoziierten körperlichen Problemen. Einerseits bestimmen Intensität und Dauer der 
berufsbedingten Belastung die Auswirkungen auf die Gesundheit erheblich. Andererseits aber kann 
Gesundheit trotz starker arbeitsbedingter Belastung erhalten werden, wenn entsprechende 
Ressourcen vorhanden sind. Dies bedeutet aber auch, dass ein Fehlen von gesundheitsrelevanten 
Ressourcen berufsbedingten Stress und den damit verbundenen negativen Einfluss auf den 
Gesundheitszustand verstärken kann. Der Umgang mit berufsbedingtem Stress hängt allerdings stark 
von Faktoren außerhalb der Arbeitswelt ab. 
Basierend auf den bisher dargestellten Erkenntnissen der arbeitspsychologischen Forschung und den 
empirischen Evidenzen aus Survey-Daten für Österreich wurden für bestimmte 
Gesundheitsindikatoren binäre logistische Regressionsmodelle geschätzt, die erlauben, eine 
Differenzierung zwischen berufsgruppenspezifischen und die individuelle Lebenssituation 
betreffenden Effekten vorzunehmen. Neben dem subjektiven allgemeine Gesundheitszustand wurden 
Indikatoren für stressassoziierte körperliche Beschwerden (Bluthochdruck und 
Wirbelsäulenbeschwerden) sowie psychische Beschwerden (Schlafstörungen und chronische 
Angstzustände oder Depressionen) zur Analyse herangezogen, um Rückschlüsse über 
Wechselwirkungen zwischen berufsbedingtem Stress und individueller Lebenssituation und den damit 
verbundenen Bewältigungskompetenzen ziehen zu können. 
Aus technischen Gründen ist hier die Berechnung der Risk Ratios nicht möglich. Wie aus den 
methodologischen Anmerkungen im Anhang (siehe Methodologische Anmerkung 11A. II) hervorgeht, 
ist eine Interpretation der Odds Ratios als Wahrscheinlichkeiten dann problematisch, wenn die 
Inzidenz der abhängigen Variable groß ist. Bei den hier untersuchten abhängigen Variablen – also 
Indikatoren für den Gesundheitszustand – handelt es sich aber um Variabeln mit geringen Inzidenzen. 
In anderen Worten: Es gibt deutlich mehr erwerbstätige Personen, die gesund sind, als solche, die 
krank sind. Wie in Abschnitt 3.2.2 gezeigt wurde, hat rund ein Drittel der unselbständig Erwerbstätigen 
gesundheitliche Beschwerden. Es kann daher davon ausgegangen werden, dass sich die Risk Ratios 
nicht wesentlich von den hier ausgewiesenen Odds Ratios unterscheiden. 
Die in den nachfolgenden Übersichten (Übersicht 3.14 und Übersicht 3.15) dargestellten Ergebnisse 
dieser Regressionsmodelle zeigen die Berufsgruppen- und Lebenssituationseffekte auf die Gesundheit. 
Wiederum liegt die Annahme zugrunde, dass bestimmte Berufsgruppen spezifischen Stressoren
        

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