Full text: Psychische Belastungen der Arbeit und ihre Folgen

Psychische Belastungen der Arbeit und ihre Folgen  
 
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aufgezeigt. Hier geht es um die Frage, welcher Zusammenhang zwischen dem sozialrechtlichen Status 
der Beschäftigten, der Wirtschaftsklasse etc. und dem Psychopharmaka-Konsum der unselbständig 
Beschäftigten besteht. Im letzten Kapitel des vorliegenden Abschnitts werden Kostenschätzungen als 
dritte Perspektive auf die ökonomische Bedeutung durchgeführt. Für diese Berechnungen gilt einmal 
mehr die Einschränkung aufgrund des fehlenden Datenmaterials: Europäische und internationale 
Studien über die ökonomischen Auswirkungen der Arbeitsplatzbelastungen dienen als Grundlagen für 
eine österreichischen Kostenschätzung bzw. für die Festlegung der möglichen Bandbreiten der 
ökonomischen Kosten. Die Kostenschätzung bezieht auch die Wirkung des „Präsentismus“ mit ein. 
Diese – in Österreich bislang noch nicht quantifizierte Kostenkomponente – von gesundheitlichen 
Beeinträchtigungen spielt dabei neben dem „Absentismus“, also den durch Fehlzeiten verursachten 
Kosten, eine entscheidende Rolle.  
4.1 Bedeutung von psychischen Belastungen und Beschwerden für die 
Beschäftigungsfähigkeit der Erwerbsbevölkerung 
Psychische und psychosoziale Belastungen am Arbeitsplatz wurden in Österreich im Mikrozensus 2007 
erhoben. Dieses Sondermodul der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung bietet Anhaltspunkte für eine 
Quantifizierung der skizzierten ökonomischen Folgekosten. Zum einen handelt es sich bei der 
Erhebung um subjektive Einschätzungen der betroffenen ArbeitnehmerInnen, zum anderen erlaubt 
das Querschnittsdesign der Erhebung keine Rückschlüsse auf kausale Zusammenhänge. Zudem ist aus 
der Erhebung nur das Geschehen aus Sicht der Arbeitskräfte abgebildet – es fehlt weitestgehend 
Information zum betrieblichen Umfeld. Die im Datensatz enthaltenen Informationen zu den 
Arbeitsunfällen und den krankheitsbedingten Ausfallzeiten können dennoch einen Beitrag zur 
vorliegenden Forschungsfrage leisten. Es lässt sich von zwei Seiten ein Konnex zwischen den 
gesundheitlichen Belastungen und diesen auch in einem wirtschaftlichen Sinne interessanten 
Ergebnisvariablen (Arbeitsunfälle, Krankenstände) herstellen: 
 Zum einen wurden die Erhebungspersonen, die in den vorangegangenen 12 Monaten unter 
einer arbeitsbedingten Krankheit oder Beschwerde gelitten hatten, nach der Zahl der 
Ausfalltage in Folge der Erkrankung gefragt. Eine ähnliche Frage wurde auch den Personen 
gestellt, die Opfer eines Arbeitsunfalls gewesen waren. 
 Zum anderen wurden alle Erhebungspersonen im Standardmodul der Arbeitskräfteerhebung 
nach ihrer Anwesenheit am Arbeitsplatz in der Referenzwoche und - falls zutreffend - nach 
den Gründen ihrer Abwesenheit gefragt. Von dieser Seite her ist somit - wenn auch nur in 
einer approximativen Art – ebenfalls Information vorhanden, die Rückschlüsse auf das 
Krankenstandsgeschehen erlaubt. 
4.1.1 Ausfalltage infolge arbeitsbedingter Beschwerden 
Die Übersicht 4.1 fasst die Information zusammen, die aus dem Arbeitskräfteerhebung Sondermodul 
zu den Ausfalltagen infolge von arbeitsbedingten gesundheitlichen Beschwerden gewonnen werden 
kann. Die Grundgesamtheit dieser Auswertungen sind nur jene 13% der Männer und 12,2% der 
Frauen, die nach eigener Auskunft mit einem gesundheitlichen Problem zu kämpfen hatten, das durch 
ihre Arbeit „verursacht oder verschlechtert“ worden war (vgl. Abbildung 3.12).  
Übersicht 4.1 gibt die Ausfalltage infolge einer arbeitsbedingten Krankheit oder Beschwerde wieder. In 
knapp 46 % der Fälle (45,6 % bei den Männern und 46,2 % bei Frauen) gingen die betroffenen 
Personen ohne Unterbrechung ihrer beruflichen Tätigkeit nach. In den restlichen 54 % der Fälle fielen
        

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