Full text: Psychische Belastungen der Arbeit und ihre Folgen

Psychische Belastungen der Arbeit und ihre Folgen  
 
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Abbildung 4.9: Verordnungen von Psychopharmaka in Abhängigkeit der Dauer der Arbeitslosigkeit, 
nach Altersgruppen und Geschlecht, 2008 
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15-19 20-24 25-29 30-34 35-39 40-44 45-49 50-54 55-59
keine Arbeitslosigkeit
mehr als 3 Monate Arbeitslosigkeit
FRAUEN
15-19 20-24 25-29 30-34 35-39 40-44 45-49 50-54 55-59
bis 1 Monat Arbeitslosigkeit
1-3 Monate Arbeitslosigkeit
MÄNNER
 
Quelle: HV-INDIDV, OOEGKK, WIFO-Berechnungen.  
4.2.2.4 Heilmittelverordnungen an Beschäftigte nach Wirtschaftklassen  
Während die Entwicklung und Verteilung der Unfälle nach Wirtschaftsbereichen dokumentiert ist, ist 
der Zusammenhang zwischen Tätigkeitsfeld und Erkrankungsgeschehen noch nicht im gleichen 
Ausmaß erfasst. Die Analyse von Krankheitsursachen im Zusammenhang mit dem Arbeitsumfeld ist 
auf krankheitsbedingte Fehlzeiten konzentriert (Leoni 2010). Insgesamt steigt die 
Krankenstandshäufigkeit mit zunehmendem Alter (Bergendorff 2003; Leoni 2010). Der sozialrechtliche 
Status beeinflusst das Krankenstandsgeschehen maßgeblich: ArbeiterInnen haben um 80 % höhere 
Krankenstandsquoten als angestellte Frauen und Männer, eine Differenz die über alle Altersgruppen 
gegeben ist (Leoni et al. 2007). In Österreich liegen die Krankenstandsquoten der Männer höher als 
jene der Frauen. Der höhere Anteil der Männer in Arbeiterberufen (Bauwesen, Sachgütererzeugung) 
ist mit ein Grund für diese geschlechtsspezifische Differenz. Bei den Angestellten haben allerdings 
Frauen höhere Krankenstandsquoten als Männer (ebenda). 
Arbeitsplatzbelastungen im Zusammenhang mit institutionellen Regelungen bestimmen die Häufigkeit 
an krankheitsbedingten Erwerbsbeendigungen entlang der unterschiedlichen Wirtschaftsklassen. Bei 
Männern ist die Invalidisierungsquote, also die Relation von krankheitsbedingten Neupensionen zu je 
1.000 Beschäftigungsverhältnissen in der Wirtschaftsklasse, in der Land- und Forstwirtschaft mit 15, 
im Bergbau mit 12, im Bau mit 11 und bei den sonstigen Dienstleistungen mit 9,5 sehr hoch. Die 
entsprechende Quote der Frauen entlang der Wirtschaftsklassen ist ebenfalls in der Land- und 
Forstwirtschaft mit 9, im Beherbergungs- und Gaststättenwesen mit 7,2 und in der 
Sachgütererzeugung mit 6 am höchsten (vgl. Biffl et al. 2009). 
Der empirische Zusammenhang zwischen Arbeitsplatzbedingungen Einzelner oder 
Arbeitsplatzbelastungen der Wirtschaftsklassen und Konsum von Gesundheitsdienstleistungen ist 
weniger ausführlich dokumentiert als das Krankenstandsgeschehen oder das 
Invalidisierungsgeschehen. In der vorliegenden Untersuchung wird ein erster Versuch unternommen, 
einen Konnex zwischen der Beschäftigung in den Wirtschaftsklassen und dem Heilmittelkonsum der 
dort Beschäftigten herzustellen.
        

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