Full text: Psychische Belastungen der Arbeit und ihre Folgen

Psychische Belastungen der Arbeit und ihre Folgen  
 
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5 Zusammenfassung der Ergebnisse und Schlussfolgerungen 
Physische und psychische Belastungen auf dem Arbeitsplatz resultieren nicht nur in betrieblichen 
Fehlzeiten mit den damit verbundenen betriebswirtschaftlichen und volkswirtschaftlichen Kosten, 
sondern sie verringern auch die Lebensqualität des Einzelnen. Psychische und psychosomatische 
Probleme sind stark multifaktoriell erklärbar und können daher nur zu einem bestimmten Teil auf die 
Arbeitsbedingungen zurückgeführt werden. Neben den tätigkeitsbezogenen und sozialen Bedingungen 
am Arbeitsplatz tragen auch persönliche Merkmale und individuelle Verhaltensmuster zum Entstehen 
von psychischen und psychosomatischen Problemen bei. Darüber hinaus können sich unterschiedliche 
Faktoren gegenseitig beeinflussen und bestärken. Daraus wird die Komplexität von psychischen und 
psychosomatischen Erkrankungen und ihren Ursachen ersichtlich.  
Erschwerend für die Forschung zu psychischen Belastungen in Österreich ist die schlechte Datenlage, 
vor allem im Vergleich zu anderen europäischen Ländern wie Deutschland oder Skandinavien. Daten, 
welche es erlauben, einen Zusammenhang zwischen den Arbeitsbedingungen und den damit 
verknüpften Belastungen und dem gesundheitlichen Zustand der Menschen unter Bezugnahme auf 
die allgemeine, individuelle Lebenssituation herzustellen, gibt es für Österreich nur in Ansätzen. 
Trotzdem ist es aus wirtschafts- und gesundheitspolitischer Sicht wünschenswert, die Folgen von 
psychischen Arbeitsplatzbelastungen nach Möglichkeit zu isolieren und genauer zu untersuchen. Nur 
auf diese Weise ist es möglich, grundlegende Zusammenhänge zwischen psychischen 
Belastungsfaktoren in der Arbeit und gesundheitlichen Problemen zu erfassen, um in weiterer Folge 
Kosteneinschätzungen vornehmen zu können. Diese Erkenntnisse sind auch eine Voraussetzung dafür, 
Präventionsmaßnahmen treffsicher und effizient zu gestalten. 
Insgesamt gibt es also in Österreich ein Forschungsdefizit im Bereich der Gesundheitsökonomie. Im 
Gegensatz dazu werden die Zusammenhänge zwischen Arbeitsbedingungen und psychischem 
Wohlbefinden in der angewandten Psychologie und in der Arbeitsmedizin seit geraumer Zeit 
untersucht, jedoch ohne dass die grundsätzlichen Erkenntnisse in der Gesundheitsökonomie 
aufgegriffen werden. Die vorliegende Analyse der psychischen Belastungen und ihren Folgen schließt 
nun dieses Forschungsdefizit ein Stück weit. Die durchgeführten (ökonometrischen) Analysen sind 
datengeleitet. Es wurden vier unterschiedliche Erhebungen herangezogen, um aus verschiedenen 
Blickwinkeln das Ausmaß der Belastungsfaktoren in Österreich – auch in einem europäischen 
Vergleich - aber auch die Wirkungsweisen psychischer sowie psycho-sozialer Belastungen auf das 
gesundheitliche Wohlbefinden und die Beschäftigungsfähigkeit der Menschen zu analysieren.  
Veränderte Rahmenbedingungen in der Arbeitswelt  
Die grundlegenden Veränderungen der Arbeitswelt in den letzten Jahrzehnten wirken sich unmittelbar 
auf die Arbeitsbedingungen aus. Zunehmender Wettbewerb verbunden mit Flexibilisierung der 
Produktionsstrukturen, Arbeits- und Einkommensunsicherheit führen zu erhöhter Arbeitsintensität, 
steigender Verantwortung und steigendem Zeitdruck, die Arbeitsplatzbelastungen nehmen zu. Zudem 
werden auch die Arbeitsformen flexibler, was häufig mit alternativen (oft unsicheren) 
Beschäftigungsverhältnissen einhergeht. Insbesondere der tertiäre Sektor, der sich in den letzten 
Jahrzehnten massiv ausgeweitet hat, ist von derartigen Arbeitssituationen gekennzeichnet.
        

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