Full text: Psychische Belastungen der Arbeit und ihre Folgen

Psychische Belastungen der Arbeit und ihre Folgen  
 
- 142 -  
Zusammenfassend lässt sich mit einer gewissen Sicherheit sagen, dass Zeitdruck und 
Überbeanspruchung als Belastungsfaktoren auch in der Arbeitswelt von morgen eine wichtige Rolle 
spielen werden. Sie sind - den Daten der Arbeitskräfteerhebung zufolge – gerade in jenen 
Beschäftigtengruppen bzw. Arbeitsplätzen stark verbreitet, die aus verschiedenen Gründen im 
Wachsen sind. Der Strukturwandel der Wirtschaft hat grundsätzlich die Bedeutung von höher 
qualifizierten, dienstleistungsorientierten Tätigkeiten stark erhöht, ein Ende dieses Trends ist noch 
nicht in Sicht. Wie branchenspezifische Auswertungen zudem am Beispiel des Gesundheits- und 
Sozialwesens zeigen, ist die Konzentration dieses Belastungsfaktors in einigen Bereichen die von einer 
starken Beschäftigungsdynamik  gekennzeichnet sind, überdurchschnittlich hoch. Gleichzeitig legen 
die Auswertungen der Arbeitskräfteerhebung den Schluss nahe, dass ältere Arbeitskräfte, die 
anteilsmäßig an der Erwerbsbevölkerung ein steigendes Gewicht einnehmen, leichter als jüngere 
KollegInnen Gefahr laufen, am Arbeitsplatz unter hohem zeitlichen Druck und Überbeanspruchung zu 
leiden. Das hohe Veränderungstempo in der Arbeitswelt, nicht zuletzt durch den rapiden 
technologischen Fortschritt im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien, dürfte 
vor allem bei älteren Beschäftigten einen mitunter sehr anspruchsvollen Anpassungsbedarf erzeugen. 
Belastungsfaktoren und gesundheitliche Beschwerden  
Zählt man die Arbeitsunfälle dazu, dann war etwas mehr als ein Drittel der Befragten im Verlauf des 
Jahres vor der Erhebung von einer Erkrankung oder einer gesundheitlichen Beschwerde betroffen. Der 
Anteil war bei den Frauen mit 33 % etwas geringer als bei den Männern mit 36 %, ohne Arbeitsunfälle 
schrumpft dieser Unterschied allerdings auf ein geringes Maß (31 % gegenüber 32 %). Sieht man von 
den Arbeitsunfällen ab – die per Definition mit der Berufstätigkeit in Zusammenhang stehen – ging 
laut Auskunft der Beschäftigten mehr als ein Drittel der gesundheitlichen Probleme auf 
arbeitsbedingte Ursachen zurück oder wurde durch die Arbeit verschlechtert. Gemessen an der 
Gesamtheit aller Beschäftigten waren demnach 12 % der Frauen und 13% der Männer von 
gesundheitlichen Beschwerden betroffen, die mit der Arbeit zusammenhängen. Während zwischen 
dem Alter und den allgemeinen Beschwerden ein nicht-lineares Muster beobachtet werden kann, 
besteht zwischen diesen arbeitsbedingten Krankheiten bzw. Beschwerden und dem Alter eine 
eindeutige positive Korrelation. Die jüngsten Arbeitskräfte waren nur zu einem Fünftel von 
Krankheiten und Beschwerden betroffen, die mit der Berufstätigkeit in Verbindung gebracht werden. 
Bei den 35- bis 39-Jährigen nannten fast 40 % der Befragten eine arbeitsbedingte gesundheitliche 
Beschwerde, bei den 55- bis 59-Jährigen waren es deutlich mehr als die Hälfte. Gemessen an allen 
unselbständig Erwerbstätigen waren umgerechnet 4% der 15- bis 24-Jährigen mit arbeitsbedingten 
Beschwerden konfrontiert, die in der Ausführung von alltäglichen Tätigkeiten zu Einschränkungen 
führten. Diese Quote lag bei den 25- bis 49-Jährigen knapp unter 10 %, und betrug bei den Über-50-
Jährigen etwas mehr als 17 %. 
Vier Fünftel der Personen mit einer arbeitsbedingten gesundheitlichen Beschwerde waren zum 
Zeitpunkt der Befragung der Meinung, durch diese Krankheit bzw. Beschwerde in der Ausführung von 
alltäglichen Tätigkeiten (sowohl bei der Arbeit als auch im Leben außerhalb des Arbeitsplatzes) 
zumindest teilweise beeinträchtigt zu sein. Etwa ein Sechstel gab an, durch die Beschwerde 
„wesentlich“ in der Ausführung der alltäglichen Tätigkeit beeinträchtigt gewesen zu sein. Gemessen an 
der Grundgesamtheit aller Beschäftigten und über alle Altersgruppen hinweg gab jeder zehnte 
Befragte bzw. jede zehnte Befragte eine arbeitsbedingte Einschränkung im Alltag an, etwa 2 % der 
Erhebungspersonen sprach von einer wesentlichen Einschränkung.
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.