Full text: Psychische Belastungen der Arbeit und ihre Folgen

Psychische Belastungen der Arbeit und ihre Folgen  
 
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Arbeitsplatzbelastungen nicht gerecht werden. Das liegt daran, dass der Anteil am 
Erkrankungsgeschehen, der auf Belastungen in der Arbeitswelt zurückzuführen ist, anhand eines 
solchen Datensatzes nicht quantifiziert werden kann. Belastbare Ergebnisse zu den tatsächlichen 
Folgekosten von Belastungsfaktoren sind allerdings nur von einer Längsschnittstudie zu erwarten, die 
es ermöglichen würde, den Effekt eines Belastungsfaktors (im Idealfall unter Berücksichtigung sowohl 
der Intensität der Belastung als auch der Expositionsdauer) auf die gewünschten Zielvariablen zu 
isolieren. Nur eine Betrachtung über die Zeit würde es zudem ermöglichen, von einer 
Belastungssituation im Berufsleben auf langfristige gesundheitliche Beeinträchtigungen wie 
eingeschränkte Erwerbsfähigkeit, Invalidität und erhöhte Mortalität zu schließen. Das Sondermodul 
der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung kann nur erste Anhaltspunkte für eine Quantifizierung der 
soeben angesprochenen ökonomischen Folgekosten liefern. Diese Anhaltspunkte ergeben sich aus 
den im Datensatz enthaltenen Informationen zu den Arbeitsunfällen und den krankheitsbedingten 
Ausfallzeiten der Beschäftigten. 
Berufsgruppenspezifische Unterschiede im Gesundheitszustand 
Es können deutliche berufsgruppenspezifische Unterschiede im Gesundheitszustand festgestellt 
werden, und zwar unter Berücksichtigung von Alters- und Bildungseffekten. Menschen in Berufen mit 
starker körperlicher Beanspruchung, insbesondere als Hilfskräfte, weisen einen schlechteren 
Gesundheitszustand auf. Auffallend häufig sind Männer aber auch gesundheitlich beeinträchtigt, wenn 
sie als Büroangestellte mit Kundenkontakt arbeiten oder wenn sie in Gesundheitsberufen tätig sind. 
Frauen sind insgesamt etwas häufiger von Gesundheitsproblemen betroffen, und zwar besonders 
stark, wenn sie als Führungskräfte, Lehrkräfte (akademisch und nicht-akademisch), in nicht-
akademischen Gesundheitsberufen, in personenbezogenen Dienstleistungsberufen und im Verkauf 
tätig sind. Es handelt sich hier um Berufsgruppen, die von starken psychischen Belastungen betroffen 
sind, häufig ergänzt um starke körperliche Beanspruchung verbunden mit Schlafmangel, etwa im 
Bereich der Gesundheitsberufe und in Führungspositionen. Dies schlägt sich in chronischen 
Krankheiten ebenso nieder wie in körperlichen Schmerzen, aber auch in Bluthochdruck als 
stressassoziierte Erkrankung. Berufe mit starken psychischen Anforderungen gehen häufiger mit 
Schlafstörungen, chronischen Angstzuständen oder Depressionen, Niedergeschlagenheit oder 
Erschöpfungszuständen einher. Hilfsarbeitskräfte, insbesondere im Dienstleistungsbereich, im Verkauf 
und in der Anlagen- und Maschinenbedienung, sind häufiger von psychischen Problemen betroffen als 
Personen im mittleren Qualifikationssegment. 
Personen, die nicht in Österreich geboren wurden, haben ein höheres Risiko, gesundheitlich belastet 
zu sein als Personen, die in Österreich geboren wurden. Das schlägt sich in besonders hohem Ausmaß 
in chronischen Angstzuständen oder Depressionen nieder. Männliche Migranten haben hingegen ein 
geringeres Risiko an Wirbelsäulenbeschwerden und Bluthochdruck zu leiden. Dies kann auf den 
„Healthy-Migrant-Effekt“ zurückgeführt werden, der von einer positiven Selbstselektion von 
MigrantInnen ausgeht. Das trifft vor allem auf die als Gastarbeiter nach Österreich zugewanderten 
Personen zu. 
Arbeitslosigkeit als psychischer Belastungsfaktor für gesundheitliches Wohlbefinden 
Arbeitslose Personen weisen ein stark erhöhtes Gesundheitsrisiko auf, und zwar unabhängig von Alter, 
Geschlecht, Bildung, materieller Sicherheit und Herkunft. Insbesondere das Risiko, chronische 
Angstzustände oder Depressionen zu haben, ist unter Arbeitslosen mehrfach erhöht. Der 
Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und Gesundheitsbeschwerden kann einerseits darauf
        

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