Full text: Psychische Belastungen der Arbeit und ihre Folgen

Psychische Belastungen der Arbeit und ihre Folgen  
 
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beruhen, dass Arbeitslosigkeit als psychischer Belastungsfaktor negativ auf die Gesundheit wirkt, 
andererseits aber auch darauf, dass ein schlechter Gesundheitszustand eine eingeschränkte 
Arbeitsfähigkeit und Arbeitsproduktivität signalisiert und damit auch das Arbeitslosigkeitsrisiko 
erhöht. 
Individuelle Lebenssituation und Umgang mit arbeitsbedingten psychischen Belastungen: 
Verstärkung oder Kompensation 
Die individuelle Lebenssituation und persönliche Lebenszufriedenheit haben einen großen Einfluss auf 
den Gesundheitszustand, insbesondere auf den psychischen Gesundheitszustand. Obschon die 
Gesundheit durch das subjektive Empfinden der Sinnhaftigkeit der Arbeit und der eigenen 
Lebensgestaltung, sowie durch die Zufriedenheit mit den persönlichen Beziehungen positiv beeinflusst 
wird, können die negativen Effekte, die aus psychischen Belastungen in der Arbeitswelt resultieren, 
nicht kompensiert werden. Das bedeutet, dass die berufsgruppenspezifische unterschiedliche Struktur 
der Belastung durch ein positives privates Umfeld nur geringfügig beeinflusst werden kann. 
Hier zeigen sich jedoch geschlechtsspezifisch unterschiedliche Muster: Für Männer kann nämlich die 
private Lebenssituation einen Ausgleich zum Erwerbsleben bringen, während Frauen infolge von 
Doppel- und Mehrfachbelastung im Zusammenhang mit der Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben 
im Schnitt keinen Ausgleich für berufliche Belastungen finden. 
Ökonomische Wechselwirkungen psychischer Belastungsfaktoren: Ausfallstage infolge von 
Belastungsfaktoren  
Die Krankenstände aufgrund von psychiatrischen Erkrankungen nahmen in den vergangenen Jahren 
deutlich zu. Zwischen 1996 und 2009 verdoppelten sie sich, während der Anteil der Krankenstände 
aufgrund der restlichen Erkrankungen gegenüber 1996 rückläufig war. Psychische Erkrankungen 
verursachten im Jahr 2008 1,9 % der Krankenstandsfälle aber 6,3 % der Krankenstandstage. Bei 
unselbständig Beschäftigten dauerte ein Krankenstand durchschnittlich 28,6 Tage, bei Arbeitslosen 
44,9 Tage. Krankenstände mit der Diagnose psychische Erkrankungen dauern damit länger als jene mit 
anderen Krankheitsdiagnosen. 
Jene 13 % der Männer und 12 % der Frauen, die nach eigener Auskunft unter einem arbeitsbedingten 
gesundheitlichen Problem gelitten hatten, lieferten auch Angaben über die Zahl an Ausfalltagen, die 
durch diese Erkrankung bzw. Beschwerde verursacht worden waren. In knapp 46 % der Fälle gingen 
die betroffenen Personen ohne Unterbrechung ihrer beruflichen Tätigkeit nach, was auf ein 
erhebliches Maß an Präsentismus in der österreichischen Arbeitswelt schließen lässt. In den restlichen 
54 % der Fälle fielen Ausfallzeiten von unterschiedlicher Dauer an. Eine approximative Hochrechnung 
dieser Angaben ergibt eine Gesamtzahl von knapp 9 Mio. Krankenstandstagen, die laut den 
Beschäftigten von arbeitsbedingten Beschwerden verursacht wurden. Das entspricht einem 
durchschnittlichen Wert von 2,6 Ausfalltagen pro Kopf. Rechnet man zu den Ausfalltagen infolge von 
arbeitsbedingten Krankheiten und Beschwerden auch jene dazu, die von Arbeitsunfällen verursacht 
wurden, dann erhöht sich die durchschnittliche Zahl der Krankenstandstage bezogen auf die 
Gesamtheit aller Beschäftigten auf 3,9 Tage. Laut Krankenstandstatistik des Hauptverbands der 
Österreichischen Sozialversicherungsträger waren im Jahr 2007 Arbeiter und Angestellte in Österreich 
durchschnittlich 12 Tage im Krankenstand. Obwohl infolge von Unterschieden in der Datengrundlage 
die beiden Werte nur bedingt miteinander vergleichbar sind, zeigen sie, dass zumindest aus der 
subjektiven Sicht der Beschäftigten das arbeitsbedingte Krankenstandsgeschehen eine relevante 
Größenordnung einnimmt.
        

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