Title:
Psychische Belastungen der Arbeit und ihre Folgen
Creator:
Biffl, Gudrun Wikipedia Faustmann, Anna Wikipedia Gabriel, Doris Wikipedia Leoni, Thomas Wikipedia Mayrhuber, Christine Wikipedia Rückert, Eva Wikipedia
PURL document:
urn:nbn:at:at-akw:g-70066
PURL:
https://emedien.arbeiterkammer.at/viewer/resolver?urn=urn:nbn:at:at-akw:g-71679
Psychische Belastungen der Arbeit und ihre Folgen  
 
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Bei den Besch�ftigten liegt der Anteil jener mit Heilmittelverordnungen bei den M�nnern bei rund 
60 %, bei den Frauen bei rund 70 %. Psychopharmakaverschreibungen kommen weniger oft vor. Rund 
9 % der Frauen und 5 % der M�nner hatten im Jahr 2008 Verordnungen von Antipsychotika, 
Angstl�ser, Schlafmittel, Antidepressiva und Aufputschmittel. Entlang der Sektoren weisen 
Arbeiterinnen im Dienstleistungssektor mit 11,3 % und die angestellten Frauen in der Land- und 
Forstwirtschaft mit 8 % die h�chsten Anteile auf.  
Der sozialrechtliche Status hat nicht nur einen Einfluss auf den Anteil der Besch�ftigten mit 
Psychopharmakaverordnungen, sondern auch einen deutlichen Einfluss auf das Ausma� der 
verschriebenen Heilmittel insgesamt und der Psychopharmaka. Arbeiterinnen bekommen 
durchschnittlich 8,6 Medikamentenpackungen verschrieben, bei Arbeitern sind es 6,1. Angestellte 
Frauen kommen auf durchschnittlich 6,7 Packungen im Jahr, bei angestellten M�nnern sind es 
5,5 Packungen. Arbeiter haben mit durchschnittlich 7,1 Packungen den gr��ten 
Psychopharmakaverbrauch, angestellte M�nner bekommen durchschnittlich 6,3 Packungen und 
Arbeiterinnen 6,0 Packungen verschrieben. Im Gegensatz zu den Heilmitteln insgesamt �ndern sich 
hier die Geschlechtsspezifika: Obwohl der Anteil der besch�ftigten M�nner mit 
Psychopharmakaverordnungen niedriger ist als bei den Frauen, ist ihr durchschnittlicher Verbrauch 
pro Kopf h�her als jener der Frauen.  
�konomische Wechselwirkungen psychischer Belastungsfaktoren: Volkswirtschaftliche Kosten   
Die Datenlage in �sterreich l�sst eine fl�chendeckende Analyse der Kausalit�ten zwischen psychischen 
Arbeitsplatzbelastungen und dem Erkrankungsgeschehen der Erwerbsbev�lkerung nicht zu. 
Ergebnisse aus Studien anderer L�nder bzw. deren �bertragung auf den �sterreichischen Kontext 
bilden daher die Grundlage f�r die durchgef�hrten Kostensch�tzungen. 
Internationale Studien legen nahe, dass in Europa zwischen 50 und 60 % der krankheitsbedingten 
Arbeitsausf�lle in der einen oder anderen Form auf Arbeitsstress zur�ckzuf�hren sind. Etwa 28 % der 
Arbeitskr�fte in der EU sind mit Stress in der Arbeitswelt konfrontiert, knapp hinter den 30 %, die 
unter Muskel-Skelettbelastungen leiden. Diese Belastungen beeintr�chtigen nicht nur die 
Lebensqualit�t, sondern auch die Arbeitsleistung und die Arbeitsproduktivit�t. Die 
gesamtwirtschaftlichen Kosten, die sich daraus ergeben, belaufen sich je nach Sch�tzungen auf 1,5 % 
bis 4 % des BIP, je nachdem ob neben den direkten medizinischen und betrieblichen Kosten auch noch 
eine Bewertung des Verlusts an Wertsch�pfung und der Einschr�nkung der Produktivit�t 
vorgenommen wird. Wenn dar�ber hinaus auch noch die verst�rkte Fluktuation, Gerichts- und 
Versicherungskosten, die Kosten des Drogenkonsums und der Gewalt infolge von Stress in die 
Kalkulationen Eingang finden, k�nnen die gesamtwirtschaftlichen Kosten von Stress in der Arbeitswelt 
10 % des BIP erreichen, so etwa in Berechnungen f�r das Vereinigte K�nigreich (Cooper et al. 1996).  
Die gro�e Bandbreite der Kostensch�tzwerte weist auf die Schwierigkeit bei der Erfassung und 
Bewertung aller Kostenkomponenten hin. Die wesentlichen Kostenelemente sind nicht nur Fehlzeiten 
und Lohnfortzahlungen, sondern auch der Ausfall an Wertsch�pfung, die Such- und Anlernkosten f�r 
Ersatzkr�fte, Kosten krankheitsbedingter Erwerbsbeendigungen (Pensionierungen) oder erh�hte 
Unfallgefahr. Dar�ber hinaus gewinnen in der neueren Literatur zunehmend auch die Kosten des 
Pr�sentismus an Bedeutung. Dieser Begriff stammt aus der Arbeitsmedizin und beschreibt die 
Tatsache, dass Personen, die trotz einer gesundheitlichen Einschr�nkung am Arbeitsplatz erscheinen, 
aufgrund ihrer Beschwerden eine geringere Arbeitsproduktivit�t aufweisen. Internationalen
        

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