Full text: Psychische Belastungen der Arbeit und ihre Folgen

Psychische Belastungen der Arbeit und ihre Folgen  
 
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Faktoren wie mangelnde Anerkennung und Wertschätzung, soziale Konflikte mit KollegInnen oder 
defizitäres Führungsverhalten als Belastungsfaktoren erkannt. All diese Faktoren führen – besonders 
bei gleichzeitigem, dauerhaftem Auftreten – zu psychosomatischen und psychischen Beschwerden 
(vgl. Rixgens 2008: 4). 
Eine zusammenfassende Darstellung der Wirkungszusammenhänge zwischen arbeitsbedingtem Stress 
und dem Gesundheitszustand liefert nachfolgende Abbildung 2.5. Statusbezogene und monetäre 
Aspekte der Arbeit und auch andere Faktoren haben einen wichtigen Einfluss auf den 
Gesundheitszustand. Dies zeigen beispielsweise die Analysen von Boyce und Oswald3: Der psychische 
Gesundheitszustand von ManagerInnen verschlechtert sich nach einer Beförderung – zumindest 
kurzfristig – (vgl. Boyce, Oswald, 2008: 18), was man auf einen ersten Blick nicht vermuten würde, da 
eine Beförderung ja mit höherem Einkommen und höherem Ansehen verbunden ist. Ein starker 
negativer Einfluss von Berufsstress auf den psychischen Gesundheitszustand liegt also nahe. 
Es wäre grundsätzlich denkbar, dass Arbeitsmerkmale negativer bewertet werden, wenn eine 
psychische Belastung durch eine Depression bereits vorliegt. Rau et.al. haben versucht, diesen 
Sachverhalt zu klären, indem eine objektive Bewertung der Arbeitsmerkmale durch ExpertInnen 
vorgenommen wurde und diese in Zusammenhang mit der Prävalenz von Depressionen betrachtet 
wurde. Es konnte nachgewiesen werden, dass das Depressivitätsrisiko mit objektiv gegebener 
Arbeitsintensität steigt (unabhängig vom subjektiven Empfinden) (vgl. Rau et al. 2010: 72).  
Abbildung 2.5: Zusammenfassende Darstellung der Risiken für arbeitsbedingten Stress 
Risikofaktoren für 
arbeitsbedingten Stress
• Arbeitsinhalt
• Arbeitspensum und –tempo
• Arbeitsplan
• Kontrolle
• Umfeld und Ausstattung
• Or a isationskultur
• Interp rson lle Beziehungen
• Rolle i  d r Organisation
• K r i rep a e
• Work-L fe-B lance
Stressreaktionen
• Physiologische
Reaktionen
• Handlungsbezogene
Reaktionen
• Emotionale Reaktionen
• Kognitive Reaktionen
Langzeitfolgen für die 
Beschäftigten
Psychologisch und sozial
• Psychische Beschwerden
• Kognitive Beeinträchtigungen
• Soziale und 
handlungsbezogene 
Beeinträchtigungen
Physiologisch und körperlich
• Erkrankungen des 
Bewegungsapparates
• Herz-Kreislauf-ErkrankungenIndividuelle Merkmale
• Geschlecht
• Alter
• Bildung
• Konkurrenzfähigkeit
• Überengagement
 
Q: nach Leka/Jain 2010: 9, in Anlehnung an Kompier/Marcelissen 1990. Eigene Darstellung 
In Deutschland wurde von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) und dem 
Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB) in den Jahren 2005 und 2006 eine Repräsentativbefragung 
unter 20.000 Erwerbstätigen durchgeführt, um das subjektive Empfinden von physischen und 
                                                          
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 Boyce und Oswald (2008) haben Längsschnitt-Daten von britischen ArbeitnehmerInnen untersucht, um der 
Frage nachzugehen, ob Beförderungen (innerhalb eines Unternehmens wie auch nach Wechsel des 
Arbeitgebers) sich positiv auf den Gesundheitszustand auswirken.
        

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