Full text: Psychische Belastungen der Arbeit und ihre Folgen

Psychische Belastungen der Arbeit und ihre Folgen  
 
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3 Wirkungszusammenhänge zwischen arbeitsbedingten 
psychischen Belastungen und dem gesundheitlichen 
Wohlbefinden: empirische Evidenz in Europa und Österreich 
Die nachfolgenden Analysen und Darstellungen geben einen Überblick über die Verteilung von 
Belastungsmerkmalen in der österreichischen und europäischen Arbeitswelt und liefern Belege für 
den Zusammenhang zwischen diesen Belastungen und der Gesundheit der Beschäftigten. Die 
Ergebnisse stützen die Ausgangshypothese, wonach sich Arbeitsplatzbelastungen und insbesondere 
auch psychosoziale Belastungen negativ auf das subjektive Wohlbefinden und auf quantifizierbare 
Indikatoren, wie Krankenstand und Unfallhäufigkeit auswirken. Es handelt sich bei den Datenquellen 
zur Belastungssituation in Österreich und in der EU, die für die Studie herangezogen wurden, um 
Informationen, die auf Basis von Fragebögen und in Bezug auf einen abgegrenzten Zeitraum erhoben 
wurden. Sowohl der österreichische Mikrozensus und die Österreichische Gesundheitsbefragung, als 
auch der European Working Conditions Survey (EWCS) sind Stichprobenerhebungen, die sozusagen 
einen einmaligen „Schnappschuss“ der jeweiligen untersuchten Bevölkerung geben. Wie bei allen 
Auswertungen von Querschnittsdaten können daher aus den nachfolgenden Analysen grundsätzlich 
nicht eindeutige kausale Zusammenhänge abgeleitet, sondern nur Korrelationen von Datenpunkten zu 
einem bestimmten Zeitpunkt festgestellt werden. Aus der Tatsache, dass eine Variable zu einem 
bestimmten Zeitpunkt mit einer anderen Variable in Beziehung steht, lässt sich nicht rückschließen, 
inwiefern eine Variable eine Veränderung einer anderen Variable bewirkt bzw. bewirken kann. Nur bei 
wiederholten Messungen (oder in einem experimentellen Setting) ist es möglich, eine kausale 
Beziehung zwischen zwei Größen zu klären und somit neben der Richtung der Kausalität auch die 
Größenordnung dieses Einflusses zu bestimmen. Zudem kann in einer Querschnittsbetrachtung nicht 
im erwünschten Maße berücksichtigt werden, dass Selektionseffekte die Zusammensetzung der 
untersuchten Bevölkerung (bzw. der Stichprobe aus dieser Bevölkerung) prägen und somit von Beginn 
an ein partielles Bild des Untersuchungsgegenstands liefern. Allein durch eine Einschränkung auf 
Personen in Beschäftigung kommt es in einer Querschnittsbetrachtung zu selektionsbedingten 
Verzerrungen, da Personen, die aus gesundheitlichen Gründen frühzeitig aus dem Erwerbsleben 
ausgetreten sind, systematisch unberücksichtigt bleiben. 
Diese allgemeinen Grundsätze spielen bei der Erforschung von gesundheitlichen Fragestellungen eine 
besonders wichtige Rolle, handelt es sich hierbei doch um Zusammenhänge, in denen die zeitliche 
Dimension und auch das gleichzeitige Auftreten von mehrfachen (mit)beeinflussenden Faktoren von 
zentraler Bedeutung sind. Das Risiko einer gesundheitlichen Beeinträchtigung oder Gefährdung hängt 
letztendlich sowohl von der Intensität, als auch von der Dauer und zeitlichen Verteilung der Belastung 
ab (vgl. Wirtz 2010: 13). Da die Belastung eine Funktion der Belastungsintensität und der 
Belastungsdauer ist, kann eine geringere Intensität der Exposition über eine längere Dauer hinweg zur 
gleichen Ausprägung der Belastung führen, wie eine höhere Intensität über einen kürzeren Zeitraum. 
Allerdings ist nicht davon auszugehen, dass sich Intensität und Dauer linear auf das Ausmaß der 
Belastung und somit letztendlich auch auf die gesundheitliche Situation der Betroffenen auswirken: 
Die Belastung steigt mit zunehmender Intensität und Dauer sogar exponentiell an (Wirtz 2010: 14). 
Um die tatsächliche Auswirkung von Belastungen auf die Gesundheit zu messen, müsste man neben 
Intensität und Dauer der Exposition am Arbeitsplatz, auch Informationen über weitere 
gesundheitsrelevante Merkmale haben, die mit der Arbeitsplatzbelastung in Interaktion treten und 
somit den Einfluss der Belastung auf das Wohlbefinden verstärken oder schmälern. Wie bereits
        

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