Full text: Psychische Belastungen der Arbeit und ihre Folgen

Psychische Belastungen der Arbeit und ihre Folgen  
 
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ausführlich im Abschnitt 2 anhand der Modelle nach Karasek/Töres/Theorell, Siegrist und Antonowsky 
diskutiert, zählen zu diesen Merkmalen neben persönlichen Veranlagungen und Verhaltensweisen 
auch die Lebenssituation im Haushalt und das Vorhandensein von relevanten Umwelteinflüssen. In der 
arbeitswissenschaftlichen Fachsprache wird anhand der Begriffe der „Belastung“ einerseits bzw. der 
„Beanspruchung“ andererseits zwischen den objektiven, auf jeden Menschen in gleicher Weise 
einwirkenden Ursachen (Belastungen) und den subjektiven, bei jedem Menschen etwas 
unterschiedlich eintretenden Folgen (Beanspruchungen) unterschieden (vgl. Oppolzer 2010: 14). Der 
Beanspruchungsbegriff ist grundsätzlich neutral, da aus der Arbeitssituation nicht nur negative 
Beanspruchungen (also Beeinträchtigungen), sondern auch positive Beanspruchungen, die für die 
Gesundheit förderlich und anregend sind, hervorgehen können. Psychische bzw. psychosoziale 
Belastungen am Arbeitsplatz beanspruchen die individuelle Psyche demnach in individuell 
unterschiedlichem Ausmaß und zum Teil auch in unterschiedlicher Richtung. 
Im vorliegenden Bericht wird diese Begriffsdefinition nicht in Frage gestellt, dennoch ergibt sich 
aufgrund der verwendeten Datenquellen die Notwendigkeit einer begrifflichen Unterscheidung. Zum 
einen ist in der Folge in erster Linie von Belastungen bzw. Belastungsfaktoren die Rede, die von den 
Betroffenen subjektiv anhand einer Befragung eingeschätzt wurden und demnach nicht als „objektive, 
auf jeden Menschen in gleicher Weise einwirkende Ursachen“ verstanden werden können. Zum 
anderen wird anstatt von Beanspruchung, vorwiegend von Beschwerden und Erkrankungen 
gesprochen, also per Definition negativen Beanspruchungserscheinungen. 
Das nachfolgende Kapitel 3.1 greift auf die Daten aus dem European Working Conditions Survey 2005 
zurück, um die Häufigkeiten von psychischen und psychosozialen Arbeitsbelastungen und deren 
Gesundheitsfolgen in Österreich in einen europäischen Kontext einzubetten. Kapitel 3.2 ist einem 
Überblick der psychischen bzw. psychosozialen Belastungsfaktoren sowie der Verbreitung von 
arbeitsbedingten und sonstigen gesundheitlichen Beschwerden gewidmet. Die Informationen aus dem 
Mikrozensus Sondermodul der Arbeitskräfteerhebung 2007 werden genutzt, um die Verbreitung von 
psychischen Arbeitsplatzbelastungen in der österreichischen Arbeitswelt und deren Zusammenhang 
mit der Gesundheit der Beschäftigten ein Stück weiter zu beleuchten. Um auf berufgruppenspezifische 
gesundheitliche Belastungen rückschließen zu können, werden hier auch die Daten aus der 
Österreichischen Gesundheitsbefragung 2006/07 analysiert. Anhand dieser Datenbasis wird auch der 
Frage nachgegangen, wie sich die Zusammenhänge zwischen Arbeitslosigkeit und Gesundheitszustand 
gestalten (Kapitel 3.3). In Kapitel 3.4 wird der Stellenwert der individuellen Lebensführung beim 
Umgang mit arbeitsbedingten psychischen und psychosozialen Belastungen diskutiert. Auch zu diesem 
Zweck werden die Daten aus der Österreichischen Gesundheitsbefragung 2006/07 herangezogen. Eine 
detaillierte Beschreibung zu den verwendeten Daten findet sich im Anhang. 
3.1 Psychische Arbeitsbelastungen und Gesundheitsprobleme im 
europäischen Vergleich 
In diesem Abschnitt werden anhand europäischer Daten die Einschätzungen von unselbständig 
Beschäftigten zu arbeitsbedingten gesundheitlichen Beschwerden und psychischen 
Arbeitsplatzbelastungen in Österreich mit denen anderer Länder verglichen. Als europäische 
Vergleichsgruppen für österreichische unselbständig Beschäftigte werden unselbständig Beschäftigte 
zwischen 15 und 64 Jahren aus Deutschland, Dänemark und aus der EU15 herangezogen. In 
Anlehnung und Fortführung des zweiten Abschnitts werden psychische Arbeitsplatzmerkmale im 
Kontext des Anforderungs-Kontroll-Modells nach Karasek und Theorell (1990) aufgezeigt. Der
        

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