Volltext: Psychische Belastungen der Arbeit und ihre Folgen

Psychische Belastungen der Arbeit und ihre Folgen  
 
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Rückschlüsse auf psychische und psychophysische Beschwerden zulässt und der Ländervergleich 
diesbezüglich noch weitläufigere Fragen aufwirft.  
3.2 Psychische Arbeitsbelastungen und Gesundheitsprobleme in Österreich 
Nach der Darstellung des Auftretens von arbeitsbezogenen psychischen und psychosozialen 
Belastungen und den damit in Zusammenhang stehenden gesundheitlichen Folgen in verschiedenen 
europäischen Ländern wird nunmehr die österreichische Situation detailliert dargestellt. Zu diesem 
Zweck werden die Daten aus dem Sondermodul der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung 2007 sowie 
der Österreichischen Gesundheitsbefragung 2006/07 herangezogen (die genaue Beschreibung der 
Datengrundlage findet sich im Anhang 1A. I).  
3.2.1 Häufigkeit und Verteilung von psychischen Belastungsfaktoren 
Die drei im Mikrozensus erhobenen spezifischen Belastungsfaktoren (Belästigung oder Mobbing, 
Gewalt bzw. Gewaltandrohung, Zeitdruck oder Überbeanspruchung) sind unterschiedlich stark 
verbreitet, durch die Möglichkeit der Mehrfachnennung summieren sich die Werte aus Übersicht 3.3 
auf über 100 % auf. Mobbing und Gewaltandrohung können als schwerwiegende Formen psycho-
sozialer Belastung eingestuft werden, und wurden von den Befragten vergleichsweise selten genannt. 
Insgesamt gaben 4 % der Beschäftigten an, am Arbeitsplatz Belästigung oder Mobbing ausgesetzt zu 
sein, 1 % sehen sich mit der Androhung von Gewalt bzw. mit Gewalt konfrontiert. Weitere 4 % der 
Befragten nannten andere, nicht näher spezifizierte Faktoren, die ihr seelisches Wohlbefinden 
beeinträchtigen können. Die geschlechtsspezifischen Unterschiede sind hinsichtlich dieser 
Belastungsmerkmale (vor allem wenn man die Schwankungsbreite der Ergebnisse infolge des 
Stichprobenfehlers berücksichtigt) gering. Allerdings sind diese Faktoren unterschiedlich stark auf die 
einzelnen Branchen konzentriert. Belästigung und Mobbing sind unter den Beschäftigten im 
Unterrichtswesen, sowie im Gesundheits- und Sozialbereich, aber auch im Verkehr und der 
Nachrichtenübermittlung vergleichsweise stark verbreitet. In diesen Bereichen liegt der Anteil an 
Belasteten mit über 5 % deutlich über dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt. Gewaltandrohung 
bzw. Gewalt wurde dagegen am Häufigsten von den Beschäftigten des Bereichs „Öffentliche 
Verwaltung, Landesverteidigung, Sozialversicherung“ genannt (4 %), was vermutlich auf die 
Beschäftigten im Bundesheer und den Polizeiorganen zurückzuführen ist. 
Die Zahl der Beschäftigten, die unter Überbeanspruchung und Zeitdruck leiden, ist dagegen deutlich 
höher: 30 % aller Unselbständigen sahen sich zum Zeitpunkt der Befragung einer solchen Belastung 
ausgesetzt, wobei die Quote der belasteten Männer mit 34 % deutlich höher als jene der Frauen mit 
26 % ausfiel. 
Insgesamt war somit etwas mehr als ein Drittel der Befragten einer derartig hohen Belastung 
ausgesetzt, dass aus subjektiver Sicht eine Beeinträchtigung des psychischen Wohlbefindens 
resultierte bzw. resultieren konnte. Aufgrund der geringen Fallzahlen von Personen die von Mobbing 
und Gewaltandrohung betroffen waren und auch der Schwierigkeit, alle erfassten Belastungsfaktoren 
gemeinsam zu interpretieren, stehen in den nachfolgenden Darstellungen die Fälle mit 
Überbeanspruchung und hohem Zeitdruck im Vordergrund der Analyse. Zeitdruck, hohe 
Arbeitsintensität und Überbeanspruchung sind Merkmale, die von den österreichischen Beschäftigten 
auch in den unterschiedlichen Wellen des Europaweiten EWCS immer wieder besonders häufig 
genannt wurden. Gemessen an einem Index, der von der europäischen Stiftung zur Darstellung der 
Arbeitsintensität konstruiert wurde, lag Österreich 2005 deutlich über dem EU-Schnitt. Betrachtet
        

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