Full text: Psychische Belastungen der Arbeit und ihre Folgen

Psychische Belastungen der Arbeit und ihre Folgen  
 
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man ausschließlich die "alten" Mitgliedsstaaten der EU15, so nahm Österreich nach den 
skandinavischen Ländern sogar eine Position im Spitzenfeld ein (Eurofound, 2007).6 Bei der jüngsten 
Befragung aus dem Jahr 2010 gaben 72 % der Befragten in Österreich an, bei der Arbeit zumindest 
zeitweise ein hohes Arbeitstempo halten zu müssen (EU15: 61 %), fast ebenso viele (69 %) waren in 
ihrem Arbeitsalltag mindestens ein Viertel der Zeit mit kurzfristigen Terminen konfrontiert (EU15: 
64 %).7 Auch der Anforderungsindex der im Abschnitt 3 in der vorliegenden Arbeit entwickelt und 
diskutiert wurde, zeigt für Österreich überdurchschnittlich hohe Werte (vgl. Abschnitt 3.1.2).  
Zeitdruck und Überbeanspruchung sind auch deshalb besonders interessante Indikatoren, weil quer 
über alle europäischen Länder in den letzten beiden Jahrzehnten aus Sicht der Erwerbstätigen eine 
Zunahme des Leistungsdrucks und eine Intensivierung der Arbeitsprozesse stattgefunden haben. 
Eurofound, die europäische Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen, hält zwar 
fest, dass dieser Trend, der insbesondere anhand der Erhebungswellen des EWCS zwischen 1990 und 
2005 beobachtet werden konnte, im Lichte der jüngsten Erhebung zumindest zu einem vorläufigen 
Halt gekommen ist. Allerdings kann vermutet werden, dass die Ergebnisse für 2010 angesichts des 
Erhebungszeitraums zwischen Jänner und Juni 2010 noch unter dem Einfluss der Wirtschafts- und 
Finanzkrise standen, und dass erst die nächste Erhebung darüber Auskunft geben wird, wie sich dieser 
Trend entwickelt hat. 
Übersicht 3.3: Prävalenz von Belastungsfaktoren am Arbeitsplatz 
Mehrfachnennungen möglich 
  Gesamt Männer Frauen 
  In %  
Psychische Belastung    
    Zeitdruck/ Überbeanspruchung 30,2 33,9 25,8 
    Gewalt/ Androhung von Gewalt 1,3 1,1 1,4 
    Belästigung/ Mobbing 3,5 3,3 3,7 
    Sonstige psychische Belastungsfaktoren 4,3 4,4 4,3 
Keine psychischen Belastungsfaktoren 65,8 62,6 70,1 
Quelle: Statistik Austria (Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung Sondermodul 2007); WIFO-Berechnungen 
3.2.1.1 Verteilung von Zeitdruck und Überbeanspruchung auf die Beschäftigten 
Wie aus Abbildung 3.9 hervorgeht, ist der geschlechtsspezifische Unterschied in der Verteilung von 
Zeitdruck und Überbeanspruchung am Arbeitsplatz in erster Linie auf die hohe Konzentration der 
Frauen auf Teilzeitbeschäftigung zurückzuführen. Sobald das Beschäftigungsausmaß berücksichtigt 
wird, reduziert sich der geschlechtsspezifische Unterschied in der Prävalenz dieses Belastungsfaktors 
auf kleine Abstände und auch die Richtung dieses Gaps ist nicht mehr eindeutig. Zeitdruck und 
Überbeanspruchung nehmen mit der Zahl der gearbeiteten Stunden deutlich zu, das trifft 
gleichermaßen auf Männer und Frauen zu. In Fällen, in denen das Stundenausmaß der 
Normalarbeitszeit von vierzig Wochenstunden nicht überschritten wird, fühlen sich Frauen etwas 
                                                          
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  Der Indikator besteht im Wesentlichen aus der kombinierten Information aus den Erhebungsfragen zu hohem 
Arbeitstempo und kurzfristigen Terminen (Eurofound 2007:57). 
7
)  Diese Daten können direkt von der Homepage der europäische Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und 
Arbeitsbedingungen heruntergeladen werden  
(siehe http://www.Eurofound.Europa.eu/surveys/smt/ewcs/results.htm).
        

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