Full text: Psychische Belastungen der Arbeit und ihre Folgen

Psychische Belastungen der Arbeit und ihre Folgen  
 
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3.2.2.1 Verteilung der arbeitsbedingten Beschwerden auf die Beschäftigten 
Richtet man den Fokus auf die arbeitsbedingten Krankheiten und Beschwerden, kann man dagegen 
eine stärkere Korrelation zwischen Alter und Gesundheit feststellen (Abbildung 3.14). Während von 
den Jüngsten etwa ein Fünftel der Krankheiten und Beschwerden von ihnen mit der Berufstätigkeit in 
Verbindung gebracht wird, sind es bei den 35- bis 39-Jährigen fast 40 % und bei den 55- bis 59-
Jährigen deutlich mehr als 50 % (vgl. Abbildung 3.13 und Abbildung 3.14). Diese Werte verdeutlichen, 
dass nach Wahrnehmung der Beschäftigten die Belastungen der Arbeitswelt mit zunehmendem Alter 
nicht nur stärker spürbar werden, sondern auch einen stärkeren Niederschlag auf das gesundheitliche 
Wohlbefinden zur Folge haben. In beiden Fällen – den gesundheitlichen Beschwerden insgesamt und 
den arbeitsbedingten Beschwerden – kann auch hier ein „Healthy-Worker“-Effekt beobachtet werden. 
Wie bereits ausgeführt wurde, ist der deutliche stärker ausgeprägte Selektionseffekt bei den Frauen 
auf den geschlechtsspezifischen Unterschied im Pensionszugangsalter zurückzuführen. Sieht man von 
den Über-60-Jährigen ab, dann sind die gesundheitlichen Unterschiede zwischen Männern und Frauen 
in Anbetracht der arbeitsbedingten, als auch aller Beschwerden – vor allem wenn berücksichtigt wird, 
dass mit einem Stichprobenfehler zu rechnen ist – vernachlässigbar. 
Abbildung 3.14: Arbeitsbedingte gesundheitliche Beschwerden von unselbständig Beschäftigten im 
Alter von 15-64 Jahren  nach Altersgruppen und Geschlecht 
Unselbständig Beschäftigte, Alter 15-64 6.4 6.5
8.7 8.8
11.6
13.2
15.2
19.8
22.6
1.8
7.0
5.6
8.9
11.7 11.8
13.9
15.7
21.6
20.7
16.2
0
5
10
15
20
25
30
15-19 20-24 25-29 30-34 35-39 40-44 45-49 50-54 55-59 60-64
i
 %
Frauen Männer
 
Quelle: Statistik Austria (Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung Sondermodul 2007); WIFO-Berechnungen. 
Die Verteilung von gesundheitlichen Beschwerden, und insbesondere von arbeitsbedingten 
Beschwerden auf die einzelnen Bereiche der Wirtschaft, ergibt vor allem bei den weiblichen 
Arbeitskräften ein sehr heterogenes Bild (Abbildung 3.15): 
 Die mit Abstand geringste Häufigkeit von Erkrankungen bzw. Beschwerden, sowohl 
arbeitsbedingt als auch allgemein, wurde bei den Frauen im Bauwesen verzeichnet. Allerdings 
hat diese Kategorie mit etwa 24.000 Beschäftigten nur ein geringes Gewicht. 
 Auch Frauen mit einer Beschäftigung im Bereich der unternehmensnahen Dienstleistungen 
oder der Finanzdienstleistungen waren vergleichsweise selten von gesundheitlichen
        

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