Full text: Psychische Belastungen der Arbeit und ihre Folgen

Psychische Belastungen der Arbeit und ihre Folgen  
 
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3.2.2.2 Verteilung der arbeitsbedingten Beschwerden nach Krankheitsbildern 
Die Verteilung der arbeitsbedingten Gesundheitsprobleme nach Krankheitsbild zeigt eine hohe 
Konzentration von gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Muskel-Skelett-Apparats (siehe Übersicht 
3.7). Der Arbeitskräfteerhebung Fragebogen war so konzipiert, dass im Fall von mehrfachen 
Beschwerden die Art der schwerwiegendsten Krankheit genannt werden sollte. Fast 40 % der 
Beschäftigten mit arbeitsbedingten Gesundheitsproblemen klagten über Knochen-, Gelenks- oder 
Muskelprobleme, die hauptsächlich den Rücken betreffen. Rechnet man auch die Beschwerden im 
oberen (Schultern Nacken, Arme, Hände) und unteren Körperbereich (Hüfte, Beine, Füße) dazu, dann 
entfielen insgesamt zwei von drei gesundheitliche Beschwerden auf den Stützapparat. Die Ergebnisse 
des EWCS 2005 zeigen ähnliche Ergebnisse: 24% leiden an Rückenbeschwerden und 20% an 
muskulären Beschwerden (vgl. Übersicht 3.1 in Abschnitt 3.1.1). Die Angaben der 
Arbeitskräfteerhebung entsprechen in absoluten Werten einer Anzahl von knapp 288.000 
Beschäftigten. Auf infektiöse Erkrankungen entfielen knapp 9 % der Nennungen, weitere 7  % auf 
Stress, Depressionen und Angstzustände. Die restlichen Krankheitserscheinungen wurden von den 
Beschäftigten in jeweils weniger als 5 % der Fälle als schwerwiegendste arbeitsbedingte Beschwerde 
genannt. In absoluten Zahlen gemessen gaben hochgerechnet etwas mehr als 12.500 Personen an, an 
einer Kreislauferkrankung zu leiden, die mit den Belastungen am Arbeitsplatz in Zusammenhang steht. 
Weniger als 10.000 Personen nannten Hautprobleme oder Probleme mit dem Gehör als 
arbeitsbedingte Erkrankungen, knapp 29.000 war die Zahl der Personen mit arbeitsbedingtem 
psychischen Beschwerden wie Stress oder Angstzuständen. 
Übersicht 3.7: Gesundheitliche arbeitsbedingte Beschwerden nach Krankheitsbild  
– HINWEIS: im Falle mehrerer Krankheiten die Art der schwerwiegendsten Krankheit 
 Insgesamt Frauen Männer 15-24 J. 25-49 J. 50-64 J. 
 In % 
Knochen-, Gelenks- oder Muskelprobleme: Nacken 15,4 19,5 12,1 8,8 15,0 18,1 
Knochen-, Gelenks- oder Muskelprobleme: Hüfte 10,3 7,5 12,4 7,4 9,4 13,0 
Knochen-, Gelenks- oder Muskelprobleme: Rücken 39,9 34,3 44,2 24,2 42,0 39,6 
Atemprobleme od. Probleme mit der Lunge 3,6 2,7 4,3 6,5 3,7 2,5 
Hautprobleme 1,7 2,6 1,1 9,2 1,2 0,7 
Probleme mit dem Gehör 2,1 2,1 2,2 1,4 2,0 2,6 
Stress, Depressionen oder Angstzustände 6,5 8,9 4,7 3,0 7,2 6,0 
Kopfschmerzen u./o. Überanstrengung der Augen 2,5 1,9 3,0 3,1 2,5 2,2 
Herz-/ Kreislauferkrankungen 2,9 1,6 3,8 0,0 2,4 4,6 
Infektionskrankheit  8,6 11,6 6,4 31,5 7,7 4,1 
Andere Beschwerden 6,5 7,3 5,9 4,9 6,7 6,5 
Insgesamt 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 
       
Absolutzahlen 439,542 191,599 247,943 36,368 279,338 123,836 
       
Quelle: Statistik Austria (Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung Sondermodul 2007); WIFO-Berechnungen. 
Diese absoluten Fallzahlen können – gemessen an der Grundgesamtheit aller österreichischen 
Beschäftigten – vergleichsweise niedrig erscheinen. Allerdings gilt es zu berücksichtigen, dass es sich 
bei den Auskünften der Arbeitskräfte ausdrücklich um gesundheitliche Beschwerden handelt, die sich 
innerhalb von 12 Monaten ereignet haben. Die kumulierte Zahl der Beschäftigten, die im Laufe ihres 
Erwerbslebens infolge von Belastungen am Arbeitsplatz mit gesundheitlichen Problemen konfrontiert 
sind, kann aus den vorliegenden Daten nicht abgeschätzt werden. 
Wie die altersspezifische Verteilung der arbeitsbedingten Beschwerden (Abbildung 3.14) gezeigt hat, 
kommen die gesundheitlichen Folgen von Arbeitsplatzbelastungen mit fortschreitendem Alter
        

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