Full text: Verkehr in der Stadt (4)

Verkehr in der Stadt 
ARBEITERKAMMER WIEN                                                                                                            7 
1. MOBILITÄTSBEDÜRFNISSE DER 
UNTERSCHIEDLICHEN NUTZERINNENGRUPPEN 
AUF DEM WEG ZUR ARBEIT 
1.1 Einleitung 
Rund 650.000 Wienerinnen und Wiener sind täglich in Wien auf dem Weg von oder zur 
Arbeit unterwegs. Zusätzlich pendeln mehr als 200.000 Menschen nach Wien, um zu ihrem 
Arbeitsplatz zu gelangen. Der Berufspendelverkehr ist somit die bestimmende Größe auf 
Nachfrageseite und für die Verkehrsspitzen hauptverantwortlich. 
Neben den unterschiedlichen Interessen, die beispielsweise zwischen Wohn- und 
Arbeitsbevölkerung bestehen, sind auch die Bedürfnisse der einzelnen Verkehrs-
teilnehmerInnen sehr unterschiedlich und vielfach konfliktbehaftet. In der Verkehrsplanung 
findet daher ein allgegenwärtiger Verteilungskampf statt. Wurde im Laufe des 20. 
Jahrhunderts auf die steigenden PKW Zahlen mit der Ausweisung von immer mehr Fläche 
für diese Verkehrsart reagiert, sind in den letzten Jahren wieder vermehrt die anderen 
Verkehrsmittel (Umweltverbund) unter dem Gesichtspunkt der Ressourcenschonung 
gefördert worden.  
Da Boden in Ballungsräumen zumeist ein knappes Gut ist, stoßen PlanerInnen häufig an 
räumliche Grenzen. Außerdem sind oft Vorteile für ein Verkehrsmittel mit erheblichen 
Nachteilen (auch Flächenverlust) für ein anderes Verkehrsmittel verbunden.  
Diese Veranstaltung ermöglichte eine Gesamtsicht auf den Verkehr in Ballungsräumen, 
legte die Sichtweise der unterschiedlichen VertreterInnen der einzelnen Verkehrsmittel dar 
und rückte den Arbeitsweg in den Mittelpunkt der Betrachtung.  
1.2 Positionen  
1.2.1 Der Arbeitsweg in Wien – Michael Klug, AK Wien 
Nach Darstellung üblicher Wegeketten am Arbeitsweg und den dafür benutzten 
Verkehrsmitteln wird die Verkehrsmittelwahl verdeutlicht. Während das zu Fuß gehen stark 
an Bedeutung verloren hat, gewinnt das Fahrrad als Verkehrsmittel am Arbeitsweg leicht 
dazu. Der motorisierte Individualverkehr stagniert auf hohem Niveau, wurde aber in den 
letzten Jahren vom öffentlichen Verkehr überholt. Hier gilt zu betonen, dass naturgemäß je 
nach Distanz und Verfügbarkeit diese Anteile stark variieren. 
Bei den unterschiedlichen Ansprüchen an den öffentlichen Raum ist klar, dass Maßnahmen 
für ein Verkehrsmittel die anderen oftmals negativ berühren und das auch innerhalb des 
Umweltverbundes Konkurrenz besteht.  
Positionen der AK  
? Eine Gesamtsicht auf alle VerkehrsteilnehmerInnen und deren jeweilige Bedürfnisse 
ist notwendig
        

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