Full text: BerufslenkerInnen am Wort (46)

Vorwort 
Die Tätigkeit als BerufslenkerIn, insbesondere im Straßengütertransport, wird von immer 
weniger Menschen als attraktiver Beruf erlebt. Gleichzeitig stehen sowohl der Bus- als 
auch der Lkw-Verkehr aufgrund seiner ökonomischen und ökologischen Bedeutsamkeit 
sehr stark im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit. Auch die Arbeitsbedingungen der 
TransportarbeiterInnen sind immer wieder Ausganspunkt für Diskussionen hinsichtlich der 
Beschäftigtensituation und möglicher Grauzonen in diesem Wirtschaftssegment. 
Die vorliegende Publikation setzt sich mit zwei sehr konkreten Themenstellungen, die für 
die LenkerInnen in der täglichen Berufsausübung eine wichtige Rolle spielen bzw spielen 
werden, auseinander. Dies betrifft einerseits die Einhaltung von Lenk- und Ruhezeiten und 
damit einhergehend die Verfügbarkeit und Qualität von Rastanlagen und andererseits die 
neue EU-weit verpflichtende Aus- und Weiterbildung für BerufslenkerInnen. Beide The-
menkreise wurden von der AK in der Vergangenheit bereits mehrfach anhand von Studien 
und Tagungen aus Expertensicht analysiert. Die vorliegende Befragung erhebt zu diesen 
Themen empirisch Einstellungen und Probleme der BerufslenkerInnen und schafft erstmals 
für Österreich eine umfassende Datengrundlage als Ansatzpunkt für mögliche Verbesse-
rungen. 
Wie sich diese Rahmenbedingungen auf die Arbeit der LenkerInnen auswirken und wie sie 
von  den LenkerInnen wahrgenommen und beurteilt werden, konnte bislang lediglich auf-
grund von exemplarischen Einzelfallschilderungen abgeleitet werden. Daher war es aus 
unserer Sicht dringend notwendig, die LenkerInnen direkt anzusprechen – erreicht haben 
wir hauptsächlich LenkerInnen in größeren Unternehmen mit gutem gewerkschaftlichen 
Organisationsgrad. An dieser Stelle sei daher vor allem der Gewerkschaft vida, den Arbei-
terkammern in den Bundesländern und dem Fachausschuss Berufskraftfahrer, die bei Ver-
teilung und Rücklauf der Fragebögen mitgearbeitet haben und vor allem allen LenkerInnen 
unser herzlicher Dank ausgesprochen, die bei dieser Befragung aktiv mitgewirkt haben und 
uns mit den ausgefüllten Fragebögen ihr Vertrauen geschenkt haben. 
Neben Problemen mit fehlenden Rastanlagen, Überschreitung von Lenk- und Ruhezeiten, 
zeigt sich, dass zwei bzw drei Jahre, bevor die LenkerInnen ihre verpflichtende Weiterbil-
dung abgeschlossen haben müssen, nur ein geringer Prozentsatz diesbezüglich bereits 
etwas unternommen hat. Die Verantwortung für die Absolvierung der Weiterbildung liegt 
aber sicher nicht alleine bei den LenkerInnen. Eine Branche, die über fehlenden Nach-
wuchs klagt, sollte gerade in Bezug auf die verpflichtende Aus- und Weiterbildung ihrer 
MitarbeiterInnen proaktiv handeln und besonders energisch tätig werden. Dass dies nicht 
geschieht zeigt, dass die LenkerInnen weder in Bezug von Ausnahmeregelungen bei 
Lenkzeitüberschreitungen noch hinsichtlich Gültigkeit und Dauer ihrer Weiterbildung aus-
reichend informiert sind.
        

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