Full text: Die Verteilung von Vermögen in Österreich

2   |   D I E  V E R T E I L U N G  V O N  V E R M Ö G E N  I N  Ö S T E R R E I C H
INTRO
Fast 90% der Menschen in Öster-reich sind der Meinung, dass die Ungleichheit zu groß ist (ISSP 
2009). Eine große Mehrheit sieht die ös-
terreichische Gesellschaft heute als eine 
„Pyramide“ – viele Menschen unten, we-
nige an der Spitze. Dabei würde sich eine 
ebenso große Mehrheit eine breite Mittel- 
und obere Mittelschicht wünschen: Die 
Gesellschaft ist ungleicher, als es der 
Großteil der Menschen für richtig hält.
Der Vermögensbesitz ist in Österreich 
ungleich verteilt. 50% der Privathaushal-
te besitzen weniger als 5%. Das macht 
dann etwa nur den Gegenwert von ei-
nem oder zwei Autos und einem Spar-
konto aus. Im Gegensatz dazu sind 5% 
der Haushalte Euro-Millionäre und haben 
zusammen fast die Hälfte des gesamten 
Privatvermögens. Je höher das Vermö-
gen, desto extremer ist die Konzentrati-
on. Die Mehrheit ist zu Recht der Ansicht, 
dass sich hier die Waage zu stark in eine 
Richtung neigt.
Es gibt triftige Gründe, die Ungleichheit 
nicht aus dem Ruder laufen zu lassen. 
Staaten mit einer gleichmäßigeren Ver-
teilung schneiden aufgrund handfes-
ter, objektiver Kriterien besser ab – bei 
Gesundheit, Zufriedenheit und Bildung 
ebenso wie bei Sicherheit und sozia-
lem Frieden. Eine gerechtere Verteilung 
wirkt sich positiv auf wirtschaftliche 
Entwicklungen und Stabilität sowie auf 
demokratische Prozesse aus.
Vermögenssteuern erhöhen die Leis-
tungsgerechtigkeit, weil sie es möglich 
machen, diejenigen zu entlasten, die 
sich ein Vermögen erarbeiten. Vermö-
genssteuern erhöhen die Chancen-
gleichheit, weil sie nicht diejenigen aus 
der Verantwortung entlassen, denen 
ein Vermögen in den Schoß fällt. Und 
sie erhöhen die Steuergerechtigkeit, 
weil diejenigen, die es sich leisten kön-
nen, auch ihren Teil zu den gemeinwirt-
schaftlichen Aufgaben beitragen.
Die Leistung, die über 3 Millionen AK-
Mitglieder täglich erbringen, kann nicht 
hoch genug geschätzt werden. Wenn 
die Vermögenden ihren Teil beitragen, 
dann verfügt der Staat über die finan-
ziellen Mittel, um in ausreichendem 
Ausmaß und hoher Qualität Dienstleis-
tungen von der Kinderbetreuung bis zur 
Pflege zu erbringen.
        

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