Titel:
Die Verteilung von Vermögen in Österreich
VerfasserInnen:
Melzer, Manuel Rehm, Miriam Schlager, Christa Thoman, Josef
PURL Dokument:
urn:nbn:at:at-akw:g-598135
PURL:
https://emedien.arbeiterkammer.at/viewer/resolver?urn=urn:nbn:at:at-akw:g-598164
wien.arbeiterkammer.at D I E  V E R T E I L U N G  V O N  V E R M � G E N  I N  � S T E R R E I C H   |   3
Die Verteilung von  Ver m�gen in �sterreich
DIE HAUPTAUSSAGEN IN K�RZE: VIELE HABEN WENIG UND WENIGE HABEN VIEL
1. Die Mittelschicht hat bei Verm�gen, im Gegensatz zu Einkommen, nur 
einen schmalen Teil des Gesamtverm�gens. Die untersten 50% besitzen 
weniger als 5% vom privaten Verm�gen. 5% der Haushalte sind Euro-
Million�re und besitzen zusammen fast die H�lfte des Gesamtverm�gens 
von etwa 1 Billion Euro. 
2. Die Schieflage in der Verm�gensverteilung wird sogar noch untersch�tzt. 
In den neuen Daten der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), den 
besten verf�gbaren Informationen zur Verm�gensverteilung, wurden 
sehr verm�gende Haushalte nicht �berproportional in die Stichprobe 
einbezogen. So ging etwa kein Stiftungsverm�gen in die OeNB-Studie ein. 
Da die Konzentration gerade an der Spitze der Verm�gensverteilung 
extrem steigt, ist die Ungleichverteilung stark untersch�tzt.
3. Verm�gen sind nicht leistungsgerecht verteilt; ver m�gensreiche Haus-
halte erben mehr und �fter. W�hrend von den verm�gens�rmsten 20% 
der Haushalte nicht einmal 10% erbten, waren es bei den reichsten 20% 
beinahe zwei Drittel. Noch deutlicher wird der Unterschied bei der H�he 
der Erbschaften. F�r die verm�gens�rmsten 40% betrug das Erbe in der 
Mitte etwas �ber 14.000 Euro, w�hrend sich die mittleren Erbschaften 
der verm�gensreichsten 20% um 240.000 Euro bewegten.
4. Die Ungleichheit wird von 90% der Menschen in �sterreich als zu hoch 
empfunden. Es gibt tats�chlich triftige Gr�nde, die Verm�gensverteilung 
nicht aus dem Ruder laufen zu lassen: Eine gerechtere Verteilung wirkt 
sich positiv auf wirtschaftliche Entwicklung und Stabilit�t, auf Gesund-
heit, Zufriedenheit und das Bildungsniveau, auf die Sicherheit und den 
sozialen Frieden, sowie auf demokratische Prozesse aus.
5. Verm�genssteuern sind ein Beitrag von jenen, die es sich leisten k�nnen, 
zur Finanzierung der gemeinschaftlichen Aufgaben. Weil die Verm�gen in 
�sterreich so stark konzentriert sind, w�rden Verm�genssteuern nur 
einen sehr kleinen Kreis der Bev�lkerung treffen, und dennoch substan-
zielle Einnahmen bringen. Sie k�nnen auch effizient eingehoben werden. 
Verm�genssteuern stellen so einen wichtigen Schritt hin zu mehr 
Chancen gleichheit, Leistungs- und Steuergerechtigkeit dar.
        

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