Full text: Die Verteilung von Vermögen in Österreich

wien.arbeiterkammer.at D I E  V E R T E I L U N G  V O N  V E R M Ö G E N  I N  Ö S T E R R E I C H   |   3 1
Forderungen der AK Für mehr Verteilungsgerechtigkeit
mit Freibeträgen und einer Staffe-
lung für nahe Verwandte. Erbschaf-
ten sind Vermögenszuwächse wie 
andere Einkommen auch, und fallen 
damit unter eine Einkommenssteuer-
besteuerung im weiteren Sinne. Ar-
beit muss sich in einer Gesellschaft 
lohnen, zu erben ist keine Leistung, 
die gegenüber Arbeit steuerlich be-
günstigt werden sollte. Das Aufkom-
men einer Erbschaftssteuer könnte 
der Finanzierung der steigenden 
Kosten der Pflegeleistungen dienen.
4. Vermögenssteuern auf hohe Ver­
mögen: Arbeit wird hoch besteuert, 
Vermögen kaum: Große Vermögen 
müssen einen fairen Beitrag leisten. 
Der Großteil der Bevölkerung ist von 
einer sinnvoll gestalteten Vermö-
genssteuer nicht betroffen. Mit einem 
höheren Anteil an vermögensbezo-
genen Steuern werden nicht nur zu-
sätzliche Mittel für Investitionen frei, 
weil Vermögenswerte zu „parken“ 
mit Vermögenssteuern teurer kommt 
und das Vermögen deshalb in Real-
investitionen eingesetzt wird. Vermö-
genssteuern sorgen gleichzeitig für 
eine gerechtere Einkommens- und 
Vermögensverteilung und dafür, dass 
das Aufgehen der Schere zwischen 
arm und reich gebremst wird.
5. Umgehende Einführung der Fi-
nanztransaktionssteuer und Re­
gulierung des Finanzsektors: Es 
müssen Rahmenbedingungen ge-
schaffen werden, die die Spekula-
tion – insbesondere mit Nahrungs-
mitteln – unattraktiv machen und so 
die Investitionen wieder stärker in die 
Realwirtschaft lenken. Das begüns-
tigt eine stabilere Entwicklung der 
Wirtschaft, trägt dazu bei, dass der 
Finanzsektor die ökonomische Ent-
wicklung unterstützt anstatt sie zu 
dominieren, ermöglicht eine gerech-
tere Verteilung des Wohlstandes und 
schützt die Demokratie vor ungesun-
der Vermögens- und Machtkonzent-
ration.
6. Schließung von Steueroasen und ef­
fektive Maßnahmen gegen Steu­
erhinterziehung und ­umgehung: 
Insbesondere hohe Vermögen profi-
tieren von den Schlupflöchern in der 
Steuerarchitektur.
7. Harmonisierung der Steuerbemes-
sungsgrundlagen und eine Beendi­
gung des Steuersenkungswettlaufs 
in der Unternehmensbesteuerung: 
Gleichzeitig müssen Maßnahmen ge-
setzt werden, um die effektive Steu-
erleistung von Unternehmen wieder 
näher an den nominellen Steuersatz 
heranzuführen.
Arbeit muss sich in 
einer Gesellschaft 
lohnen.
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