Full text: Die Verteilung von Vermögen in Österreich

wien.arbeiterkammer.at D I E  V E R T E I L U N G  V O N  V E R M Ö G E N  I N  Ö S T E R R E I C H   |   7
Die Verteilung von  Ver mögen in Österreich
samt 55%. Unternehmensbeteiligungen 
(inklusive Landwirtschaften) haben einen 
Anteil von fast einem Viertel.
Das Finanzvermögen in Höhe von 176 
Milliarden Euro macht lediglich 17% des 
Bruttovermögens aus. An der Erhebung 
haben allerdings keine „superreichen“ 
Haushalte teilgenommen. Diese halten 
jedoch als einzige Gruppe größere Teile 
ihres Vermögens in Finanztiteln. Des-
halb ist die Höhe des Finanzvermögens 
insgesamt deutlich untererfasst.
Die Verschuldung der privaten Haus-
halte ist mit 63 Milliarden Euro oder 6% 
des Bruttovermögens relativ gering. 
Das Nettovermögen (Bruttovermögen 
minus Schulden) machte damit rund 
999 Mrd. Euro im Jahr 2010 aus.
Wie stark ist die Vermögens­
schieflage?
Die ausgeprägte Ungleichheit in der 
Verteilung von privatem Vermögen zeigt 
sich auch in Verteilungskennzahlen. Eine 
wichtige ist der Gini-Koeffizient. Er liegt 
zwischen den Werten 0 und 1, wobei 0 
eine vollständige Gleichverteilung be-
deutet und 1 eine Verteilung, bei der ein 
Haushalt das gesamte Vermögen hat. 
Der Gini-Koeffizient für das verfügbare 
Haushaltseinkommen liegt bei 0,34. Der 
Gini-Koeffizient für das Bruttovermögen 
privater Haushalte in Österreich beträgt 
0,73. Im Bereich der Einkommen greift 
der Staat umverteilend ein, im Bereich 
der Vermögen, die jedoch viel ungleicher 
verteilt sind, jedoch kaum.
Die starke Vermögensschieflage wird 
auch von anderen Verteilungsmaßen 
bestätigt. Ein wichtiges Maß ist etwa 
der Vergleich von bestimmten Positio-
nen in der Vermögensverteilung. So hat 
jener Haushalt an der Grenze zu den 
vermögensreichsten 10% ein Brutto-
vermögen, das 230-mal so groß ist wie 
das Vermögen jenes Haushalts, der an 
der Grenze zu den vermögensärmsten 
10% liegt. Für die Grenzen zu den ver-
mögensreichsten und -ärmsten 25% 
liegt dieses Verhältnis immerhin noch 
bei 1 zu 22. Die Vermögenskonzent-
ration ist aber aller Wahrscheinlichkeit 
noch extremer als in der Studie darge-
stellt, insbesondere weil vermögende 
Haushalte untererfasst sind. 
Wie viel Vermögen wurde 
 geerbt?
Erbschaften spielen eine wichtige Rolle 
in der Vermögensverteilung in Österreich. 
Grafik 5. Verteilungs­
kennzahlen – ausge­
wählte Gini­Koeffizien­
ten für Österreich, 2010
 
Quellen: HFCS Austria 
2010, OeNB; EU-SILC 
2010, BMASK
0
Nettovermögen 0,76
Verfügbares Haushaltsein-
kommen (nach Steuern und 
Transfers) 0,34
Haushaltseinkommen (vor 
Steuern und Transfers) 0,40
Bruttovermögen 0,73
0,2 0,4 0,6 0,8 1
        

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