Full text: Volkswirtschaftliche Effekte der Liberalisierung des Eisenbahnpersonenverkehrs in Österreich (50)

Volkswirtschaftliche Effekte der Liberalisierung des Eisenbahnpersonenverkehrs 
32 Arbeiterkammer Wien 
6.3.1 Fallbeispiel 1: Vergleich des Ausschreibungswettbewerbs in Frankfurt/Main mit 
Direktvergaben in Stuttgart und Bochum/Gelsenkirchen 
Die Hans-Böckler-Stiftung (Resch; Neth 2008) hat für den Zeitraum 1995 bis 2006 ein System des 
Ausschreibungswettbewerbs (Frankfurt/Main) mit zwei Systemen der Direktvergabe (Stuttgart und 
Bochum/Gelsenkirchen) unter dem Gesichtspunkt der ökonomischen Effizienz verglichen. 
Im Wesentlichen wurden dabei folgende zwei Fragen untersucht: 
 Sind Ausschreibungssysteme leistungsfähiger und wirtschaftlich effektiver und somit ein 
geeignetes Mittel um Kosten zu senken? 
 Führen Ausschreibungswettbewerbe zu einer Angebotsverbesserung? 
Beförderungszahlen 
Bei der Gewinnung neuer Fahrgäste, dem wichtigsten verkehrspolitischen Ziel, hat das 
Direktvergabe-System Bochum/Gelsenkirchen die höchsten Wachstumsraten vorzuweisen. Im 
Zeitraum 1995 bis 2006 konnte die Zahl der Fahrgäste in Bochum/Gelsenkirchen um 31 Prozent, in 
Stuttgart um elf Prozent und in Frankfurt/Main um fünf Prozent gesteigert werden. Die Ergebnisse 
ab 2001, also ab dem Zeitpunkt, ab dem in Frankfurt/Main der Ausschreibungswettbewerb 
eingerichtet worden ist, sind noch bemerkenswerter: Während das ÖPNV-System in Frankfurt/Main 
ab 2001 keine Zuwächse aufweisen kann, konnte Bochum/Gelsenkirchen die Fahrgastzahl um 22 
Prozent und Stuttgart um fünf Prozent steigern. 
Fahrgastzuwachs 1995 - 2006 2001 - 2006 
Stuttgart +11 % + 5 % 
Frankfurt/Main +5 % kein Zuwachs 
Bochum/Gelsenkirchen +31 % + 22 % 
Quelle: Resch; Neth 2008, S. 7. 
Tabelle 6-2: Vergleich des Fahrgastzuwachses 
Auch im Verhältnis der Fahrgastzahlen zu den Personenkilometern liegt die Steigerung der 
Fahrgastzahlen im System Bochum/Gelsenkirchen bei 31 Prozent, während die Zahlen in den 
beiden anderen Systemen unverändert geblieben sind. Das Direktvergabesystem 
Bochum/Gelsenkirchen hat also im Verhältnis zur angebotenen Leistung am meisten Fahrgäste 
dazu gewonnen. Laut einer Befragung im Rahmen der Studie ist dieser Zuwachs vor allem auf ein 
besseres Service und einen erhöhten Personalaufwand zurückzuführen. Diese Ergebnisse gelten 
ausdrücklich auch für den Zeitraum 2004 bis 2006, als Frankfurt/Main bereits mehrere Jahre 
Praxiserfahrung mit der Gestaltung von Ausschreibungen hatte (Resch; Neth 2008, S. 7f). 
Wirtschafts- und Finanzdaten 
Die Wirtschaftlichkeit der drei ÖPNV-Systeme kann unter anderem anhand des 
Kostendeckungsgrades verglichen werden. Stuttgart hatte eine Steigerung um zwölf Prozent auf 93
        

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