Full text: Volkswirtschaftliche Effekte der Liberalisierung des Eisenbahnpersonenverkehrs in Österreich (50)

Volkswirtschaftliche Auswirkungen des vierten Eisenbahnpakets 
Verkehr und Infrastruktur 39 
Trennung tatsächlich die beste Lösung sei. Zudem gebe es keine Evidenz, dass durch die Trennung 
der Wettbewerb intensiver werde als bei Weiterbestehen einer Holdingstruktur. 
Im Gegenteil: Die Studie kommt zum Schluss, dass die vertikale Trennung in jenen europäischen 
Ländern, die bis jetzt nicht getrennt haben (und deswegen entweder vertikal integriert sind oder ihre 
Holding-Strukturen adaptiert haben), zu Mehrkosten zwischen 5,8 und 14,5 Mrd. Euro jährlich führen 
würde. Dies ist abhängig von der Zunahme der Verkehrsleistung in Europa. Prognosen der EK im 
Weißbuch Verkehr (EK 2011b) zufolge soll es im Personenverkehr bis 2030 Zunahmen um rund 30 
Prozent und im Güterverkehr um rund 40 Prozent geben. Bis 2050 werden sogar Zunahmen um 
rund 50 Prozent respektive rund 80 Prozent prognostiziert. 
aktuelle 
Verkehrsleistung 
aktuelle 
Verkehrsleistung 
+10% * 
aktuelle 
Verkehrsleistung 
+20% * 
aktuelle 
Verkehrsleistung 
+50% * 
5,8 Mrd. Euro 7,8 Mrd. Euro 9,6 Mrd. Euro 14,5 Mrd. Euro 
Quelle: van de Velde et al 2012, Tabelle 7; zu konstanten Preisen 2005. 
*) Es wurde darauf Rücksicht genommen, dass höheres Wachstum höhere Kapazitäten erfordert. 
Tabelle 6-5: Jährliche Mehrkosten bei vertikaler Trennung in Europa (für jene Länder ohne 
derzeitige Trennung) 
Da die länderspezifischen Erfordernisse sehr unterschiedlich sind, empfehlen die AutorInnen der 
CER-Studie die Wahlfreiheit beizubehalten und auf paneuropäische Einheitslösungen zu verzichten. 
Jedes Land sollte die Möglichkeit haben diejenige Struktur wählen zu können, die den jeweiligen 
Marktbedingungen am besten entspricht.
        

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