Volltext: Sicherungssysteme und Risikoverteilung bei Betriebspensionen (Tabellen)

- Sicherungssysteme und Risikoverteilung bei Betriebspensionen – Ländervergleich 
Mag. Gerald Klec  18/20 
Studie im Auftrag der AK-Wien 
 
Österreich 
 
Kapitaldeckung 
(extern) / aus dem 
Cashflow finanziert 
(Direktzusagen) 
 
 
In Österreich sind in der betrieblichen Altersvorsorge in 
Pensionskassen ausgelagerte, kapitalgedeckte Betriebspensionen 
vorherrschend. Die seit 2006 bestehende Möglichkeit der 
Durchführung mittels „Betrieblicher Kollektivversicherung“ hat 
noch kaum Verbreitung gefunden. 
Direktzusagen sind von abnehmender Bedeutung. Nach der 
Neuordnung des Betriebspensionsrechts im Jahr 1990 wurden sehr 
viele Direktzusagen in die neu gegründeten Pensionskassen 
„ausgelagert“ (häufig verbunden mit einem Wechsel von Leistungs- 
zu Beitragszusagen). Neue Betriebspensionszusagen wurden seither 
fast ausschließlich in Form von Beitragszusagen über 
Pensionskassen erteilt. 
 
 
Beitragszusage (DC- 
Defined Contribution) 
Leistungszusage (DB- 
Defined Benefit) 
 
 
In Österreich dominieren bei den kapitalgedeckten, aus den 
Unternehmen ausgelagerten Betriebspensionszusagen Defined 
Contribution Pläne (86 %), Leistungszusagen über Pensionskassen 
sind selten (14 %) und haben tendenziell abnehmende Bedeutung. 
Neue Zusagen sind fast ausschließlich Defined Contribution 
Zusagen. 
Direktzusagen (Leistungszusagen) sind nur mehr von 
eingeschränkter und weiter abnehmender Bedeutung.  
 
 
Kapitalmarktrisiko / 
Garantien 
 
In den beitragsdefinierten Pensionskassen liegt das Risiko in der 
Regel ausschließlich bei den Arbeitnehmern und zwar sowohl in der 
Akkumulations- als auch in der Pensionsphase. 
Ursprünglichen waren die Pensionskassen verpflichtet, einen 
Mindestertrag (derzeit 1,02 % p.a. nach Abzug der Kosten) bezogen 
auf den Durchschnitt der letzten 5 Jahre zu garantieren. 
Der Umfang der Garantie wurde im Jahr 2003 rückwirkend massiv 
abgeschwächt, als die Garantieregelung erstmals in größerem 
Ausmaß anzuwenden gewesen wäre!  
Zeitgleich mit der massiven Abschwächung der Garantie wurde der 
Aufbau einer Mindestertragsrücklage vorgeschrieben und die 
Kosten hierfür von den Kassen in voller Höhe den Anwartschafts- 
und Leistungsberechtigten in Rechnung gestellt.  
Im Jahr 2005 wurde den Anwartschafts- und Leistungsberechtigten - 
als Alternative zur Kostenvorschreibung - ein Opting-Out aus der 
noch verbliebenen Mindestertragsgarantie ermöglicht. Um 
unverhältnismäßig hohe Kosten zu vermeiden, wurde daraufhin in 
den meisten Verträgen auf die Garantie verzichtet. Aktuell sind nur 
mehr ca. 20 % der Pensionskassenverträge mit einer deutlich 
abgeschwächten Mindestertragsgarantie ausgestattet.
        

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